"Reine Symbolpolitik"

Teureres Parken für SUVs – Mobilitätsclubs bremsen

Die Stadt Wien braucht Geld, das könnte unter anderem durch höhere Parkgebühren für SUVs eingenommen werden. ARBÖ und ÖAMTC sagen "Nein".
Wien Heute
20.11.2025, 08:23
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Seit Jahren wird über eine Parkgebühren-Erhöhung für SUVs diskutiert. Gerade in Zeiten des massiven Budgetlochs könnte die Stadt so zusätzliche Einnahmen erzielen. Doch nicht jeder ist von der Idee begeistert: ÖAMTC und ARBÖ sind strikt gegen das Vorhaben.

ARBÖ strikt gegen Modell

"Der ARBÖ lehnt unterschiedliche Steuer- und Abgabenmodelle je nach Fahrzeugklasse, Fahrzeuggröße oder Fahrzeuggewicht strikt ab", heißt es in einem Statement. Die Gründe dafür sind vielfältig. Ein Pkw müsse heute alles können: die berufliche Fahrt, den Alltag, den Einkaufsbummel und selbst den Familienurlaub mit vollgepacktem Kofferraum. Kein Wunder, dass viele daher zum SUV greifen – schließlich bieten diese oft überraschend viel Platz im Innenraum, ohne dass die Außenmaße ausufern.

SUVs sparsamer als Kleinwagen?

Das oft gebrachte Argument gegen SUVs, ihr angeblich hoher Treibstoffverbrauch, entkräftet der ARBÖ entschieden: "Es ist eine Mär zu glauben, dass jeder SUV mehr Treibstoff verbraucht oder überdimensional groß ist und mehr Platz benötigt als andere Fahrzeuge." Tatsächlich gibt es zahlreiche SUV-Modelle, deren Größe mit Kleinwagen oder Kompaktwagen vergleichbar ist – und die sogar sparsamer unterwegs sind.

Kompakte SUVs statt Riesen-Geländewagen

In Österreich sind die beliebtesten SUVs längst keine riesigen Geländewagen aus Übersee. Vielmehr setzen Autofahrer auf kompakte Modelle wie den Skoda Kamiq (4.241 mm), den Toyota Yaris Cross (4.180 mm), den Hyundai Kona (4.350 mm) oder den Opel Mokka (4.150 mm). Diese sind deutlich kleiner und leichter als klassische Familienlimousinen wie der Opel Astra Tourer (4.642 mm), den VW Golf (4.651 mm) oder den Ford Focus (4.672 mm). "Wer also höhere Parkgebühren speziell für SUVs fordert, will in Wirklichkeit schlicht die Parkgebühren insgesamt erhöhen", findet der ARBÖ.

Auch ÖAMTC gegen Gebühren für SUVs

Auch Matthias Nagler vom ÖAMTC bestätigt: "Parkgebührenanhebung für SUV ist reine Symbolpolitik. Die meisten SUV sind Kompakt-SUV, die deutlich kürzer sind und weniger Platz verbrauchen als Limousinen, Kombis, Vans und Hochdachkombis." Als Beleg nennt er die beiden meistverkauften SUVs Österreichs 2022: den VW Tiguan und den VW T-Roc. Der Tiguan misst 4.509 mm und ist damit kürzer als der meistverkaufte Pkw insgesamt, der Skoda Octavia (4.689 mm). Der VW T-Roc ist mit 4.236 mm sogar kürzer als ein VW Golf (4.284 mm).

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