Die Teuerung trifft auch die Wiener Würstelstände mit voller Wucht. Salman Dursun, Betreiber von zwei Würstelständen und dem "Bier Kult Beisl" in Wien-Favoriten, zieht die Reißleine. Einen seiner Stände will der Gastronom jetzt verkaufen. Der Grund: "Es geht sich für mich nicht mehr aus."
Besonders hart treffen ihn die gestiegenen Energie- und Einkaufskosten. "Wir leiden sehr darunter", sagt Dursun. Gleichzeitig würden die Kunden immer weniger konsumieren. "In Favoriten überlegen sich die Leute zweimal, ob sie auf ein Bier gehen können."
Die Zahlen zeigen, wie drastisch die Entwicklung ist. Früher kaufte der Gastronom ein Bier um 50 Cent ein und verkaufte es um 1,50 Euro. Heute kostet ihn dieselbe Flasche bereits rund einen Euro plus Pfand. Verkauft wird sie um drei Euro. Obwohl der Gewinn pro Getränk auf dem Papier höher wirkt, bleibt am Ende weniger übrig. Der Umsatz fehlt.
Ähnlich sieht es bei den Würsteln aus. Vor zwei Jahren zahlte Dursun laut eigenen Angaben rund 80 Cent im Einkauf und verkaufte das Paar Würstel um 3,80 Euro. Jetzt liegen die Einkaufspreise zwischen 1,50 und zwei Euro. Verkauft werden die Würstel inzwischen um 5,70 Euro pro Paar.
"Es ist schwierig durchzukommen", sagt der Wiener offen. Seit 2024 sei der Umsatz um rund 40 Prozent eingebrochen. "Wir machen uns große Sorgen."
Dazu kommen steigende Personalkosten. "Auch das Personal wird immer teurer", erklärt Dursun. Einfach ist keine Lösung: "Wir müssen wahrscheinlich die Preise wieder anheben, aber das ist in Wien schwierig."