Die Teuerung trifft die Wirtshäuser mit voller Wucht. "Durch den Krieg sind die Ölpreise gestiegen – für uns werden dadurch Produkte teurer", sagt Thomas Schwabl. Er leitet den traditionellen Familienbetrieb "Gasthof Schwabl Wirt" in Wien-Landstraße.
"Es wird einfach alles teurer, derzeit vor allem Gemüse – Paradeiser, Spargel, aber auch Fisch und Fleisch", sagt der Chef im "Heute"-Gespräch.
Die Liste wird immer länger, auch Semmeln und Blätterteig steigen immer weiter im Preis, und: "Früher haben wir für einen Liter Schlagobers 3,50 Euro bezahlt, jetzt sind es schon 6 Euro!" Weiter: "Es ist wie an der Tankstelle – mit dem Ukraine-Krieg sind die Preise schnell gestiegen, dann gab es eine kurze Erholung und jetzt steigen sie mit dem Iran-Krieg."
Noch eine Auswirkung des Kriegs: "Mein Lieferant kann mir kein dunkles Bier mehr verkaufen, es fehlen Rohstoffe."
Hinter den Wirtshauskulissen wird penibel gerechnet. Irgendwann gehen sich die aktuellen Preise auf der Karte nicht mehr aus. "Noch können wir sie halten", sagt der Chef, aber bald müssen einzelne Speisen um 20, 40 oder 60 Cent angehoben werden. "Wenn man das Schnitzel oder das Mittagsmenü verteuert, dann spüren es die Gäste sofort."
Verschärft wird die Lage auch, weil seit wenigen Tagen (1. Mai) der neue Kollektivvertrag für die Gastronomie gültig ist. Jetzt sind also auch die Mitarbeiter teurer. "Ich versuche ein wenig Zeit verstreichen zu lassen, mal schauen, wie es sich mit den Preisen ausgeht."
Die Wirte-Familie Schwabl war in den vergangenen Jahren kreativ, wenn es um Einsparungen ging. Bevor die Gastronomen ihren Kunden neue Preise verrechnen, sparen sie im Hintergrund.
So wurden die Öffnungszeiten "optimiert". Früher gab es bis 22.30 Uhr warme Küche, jetzt nur mehr bis 21.30. Alleine diese Maßnahme drückt die Kosten um 10 Prozent. Hier wird auch Energie recycelt. Warme Abluft aus Gastraum und Küche wird genutzt, um frische Luft vorzuwärmen. Auch die enorme Hitze aus Kühlanlagen im Keller wird gesammelt und für das Warmwasser verwendet.
Trotz allem: Vor dem Ukraine-Krieg zahlte Schwabl für Strom 1.500 Euro, jetzt sind es 6.700 Euro!
"Aber wir wollen unseren Gästen auch noch ein paar Zuckerl bieten", sagt Schwabl zum Schluss, "sechs Wochen lang bieten wir ein großes Bier zum Preis eines kleinen." Noch zwei Wochen lang läuft die Aktion: 4,30 Euro statt 5,60 für ein Krügerl!