Der Lebensmittel-Einkauf ist für viele zum Luxus geworden. Eine der Folgen: Die Lebensmittelrettung von Alexander Mühlhauser (44) erlebt einen wahren Ansturm. Vom Obdachlosen bis zum Porsche-Fahrer, hier kann sich jeder nehmen, was er braucht.
Bis zu 1.000 Menschen nutzen dieses Angebot täglich – quer durch alle Schichten. Zuletzt sorgten mehrere Paletten Bier mit über 6.000 Dosen für Aufsehen. Andere Beispiele: tausende Kilo Erdäpfel, Wedges und Sauerkraut sowie große Mengen Getränke, Eis und Süßwaren.
Begonnen hat alles nach einer persönlichen Lebenskrise. 2014 stand Mühlhauser selbst an einem Punkt, an dem vieles ins Wanken geraten ist. Er wollte etwas Sinnvolles tun – und begann, Menschen im Alltag zu unterstützen.
Bald stößt er auf das Thema Lebensmittelrettung. Genießbares Essen soll gar nicht erst im Müll landen. Also spricht er Supermärkte direkt an – und bekommt viele Zusagen.
Täglich sammelt sein Verein START UP zwischen 15 und 25 Tonnen Lebensmittel ein. Supermärkte, Großhändler, Produzenten und auch Bauern geben Waren ab, die nicht mehr verkauft werden können, aber noch völlig genießbar sind.
Ein Teil der geretteten Waren landet in den neun FOODPOINT-Sozialmärkten, wo Lebensmittel günstig abgegeben werden. Parallel dazu gibt es die Lebensmittelrettung in der Prager Straße: offene Ausgaben, bei denen Überschüsse direkt und gratis verteilt werden.
Der Andrang bringt die Standorte zunehmend an ihre Grenzen. Die Flächen sind schlicht zu klein für das, was hier täglich passiert. Jetzt wird nach neuen Standorten mit mehr Platz und besserer Erreichbarkeit gesucht.
Parallel wächst auch das Netzwerk. Unternehmen können ihre Überschüsse kostenlos abholen lassen und sparen sich Entsorgungskosten. Gleichzeitig leisten sie einen wichtigen Beitrag gegen Lebensmittelverschwendung. Wer sich engagieren oder Lebensmittel spenden möchte – egal ob Betrieb, Bauer oder Privatperson – kann sich jederzeit melden und Teil der Initiative werden.