Schleichverkehr adé

Neue Auto-Sperren – Wien bekommt "Low Traffic Grätzl"

Mit Pollern, Pflanztrögen und Einbahnen sagt Wien dem Schleichverkehr den Kampf an. Nach dem Vorbild Londons entstehen erste "Low Traffic Grätzl".
Hannah  Maier
28.05.2026, 12:56
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Wien sagt dem Durchzugsverkehr den Kampf an: Mit sogenannten "Low Traffic Grätzln" sollen Wohnviertel künftig ruhiger, sicherer und lebenswerter werden. Nach dem Vorbild Londons, wo es bereits mehr als 200 solcher Zonen gibt, startet nun das erste Pilotprojekt in Meidling. Danach sollen auch die Bezirke Mariahilf, Alsergrund und Rudolfsheim-Fünfhaus folgen.

Die Idee dahinter: weniger Autos im Wohngebiet – aber ohne millionenschwere Umbauten. Statt großer Baustellen setzt die Stadt auf einfache und vergleichsweise günstige Maßnahmen, wie neue Einbahnregelungen, sogenannte Diagonalfilter, mobile Pflanztröge, Sitzmöbel und auffällige Bodenbemalungen.

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Durchfahrt verboten

Kernstück der neuen Verkehrsberuhigung sind die "Diagonalfilter". Dabei werden Kreuzungen mit Pflanztrögen oder anderen Elementen so umgestaltet, dass Autos nicht mehr gerade durch ein Grätzl fahren können. Wer hinein muss – etwa Anrainer, Lieferdienste oder Einsatzfahrzeuge – kommt weiterhin hinein. Der Schleichverkehr soll aber verschwinden.

Zusätzlich werden Einbahnen umgedreht, kleine Fußgängerzonen geschaffen und Straßen optisch verändert: bunte Bodenmarkierungen, bemalte Tröge, Sitzgelegenheiten oder mobile Begrünung sollen den öffentlichen Raum aufwerten. Die Maßnahmen werden in Leichtbauweise umgesetzt.

London als Vorbild

Die Stadt verweist auf Erfahrungen aus London. Dort zeigen Studien aus dem Jahr 2024 deutliche Effekte: In den verkehrsberuhigten Vierteln ging der Individualverkehr teilweise um die Hälfte zurück. Gleichzeitig stiegen mehr Menschen aufs Fahrrad um oder gingen zu Fuß. Auch die Zahl der Verkehrsunfälle sank.

"Wir schauen gerne über den Tellerrand und importieren gute Ideen. Gerade in Zeiten angespannter Budgets wollen wir nun gemeinsam mit den Bezirken kostengünstige, attraktive Modelle ohne große bauliche Maßnahmen umsetzen und einen Mehrwert für die Anrainer schaffen", erklärt Planungsstadträtin Ulli Sima (SPÖ).

50.000 Euro Förderung pro Bezirk

Für jedes Low-Traffic-Grätzl gibt es einen Fördertopf der Stadt von bis zu 50.000 Euro pro Bezirk. Laut Sima könne man damit bereits "eine ganze Gasse verkehrsberuhigen". Wenn ein Bezirk mehr wolle, müsse er zusätzlich selbst Geld zuschießen. Grundsätzlich kann jeder Bezirk selbst entscheiden, welche Maßnahmen er umsetzen möchte. Im Fokus stehen Wohngebiete und Nebenstraßen; Hauptstraßen bleiben ausgenommen.

Pilotprojekt startet in Meidling

Der 12. Bezirk macht den Anfang; hier entsteht rund um die Wolfganggasse das erste Low-Traffic-Grätzl. Bezirksvorsteher Wilfried Zankl (SPÖ) kündigt zwei Diagonalfilter an Kreuzungen sowie eine neue Fußgängerzone an. Nach dem Sommer sollen die Arbeiten starten, bis Ende des Jahres soll das Projekt fertig sein.

Auch in anderen Bezirken laufen die Planungen bereits auf Hochtouren: In Mariahilf steht das Gebiet nördlich der Gumpendorfer Straße im Fokus. Am Alsergrund soll der Bereich rund um die Mariannengasse und den neuen MedUni-Campus verkehrsberuhigt werden. In Rudolfsheim-Fünfhaus sind die Planungen bereits weit fortgeschritten. Auf der Äußeren Mariahilfer Straße sollen in einzelnen Grätzeln neue Einbahnen, Begrünung und Diagonalfilter umgesetzt werden.

{title && {title} } HTM, {title && {title} } Akt. 28.05.2026, 17:48, 28.05.2026, 12:56
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