Premiere in Favoriten: Wiens erstes Supergrätzl wurde nun von Planungsstadträtin Ulli Sima (SP) offiziell eröffnet. Rund um die Herzgasse in Wien-Favoriten wurden über 7.000 Quadratmeter Fläche entsiegelt, zahlreiche Straßen begrünt, der Durchzugsverkehr massiv reduziert.
Das Gebiet zwischen Gudrunstraße, Leebgasse, Quellenstraße und Neilreichgasse wurde damit zu einer neuen Aufenthaltsoase für Anrainer. Die Bauarbeiten waren bereits Ende 2025 abgeschlossen worden, im Frühjahr folgte die Begrünung. Am Freitag (8.5.) eröffneten Planungsstadträtin Ulli Sima, Bezirksvorsteher Marcus Franz und Neos-Wien-Klubvorsitzende Selma Arapovic das Projekt offiziell mit einem großen Nachbarschaftsfest.
"Mit unserem Supergrätzl – nach Vorbild der sogenannten 'Superblocks' in Barcelona – ist es uns ein echt großer Wurf gelungen. Es ist schon jetzt ein internationales, klimafittes Vorzeigeprojekt geworden", so Planungsstadträtin Ulli Sima.
Im Fokus steht die neue Fußgängerzone rund um die Mittelschule Herzgasse. "Statt viel Autolärm gibt es im Supergrätzl viel Raum und Sicherheit für Radfahrerinnen und Fußgängerinnen!", so Sima. "Viele andere Bezirke wünschen sich ein Supergrätzl – Favoriten hat jetzt das erste", so Bezirksvorsteher Marcus Franz (SP). Das Projekt setze "Maßstäbe bei der Aufenthaltsqualität, der Begrünung und der Verkehrssicherheit für alle".
Kern des Projekts ist die Verkehrsberuhigung. Neben den bestehenden 47 Bäumen wurden im neuen Supergrätzl gleich 66 zusätzliche Bäume gepflanzt. Dazu kommen 94 Grünflächen, elf neue Aufenthaltsbereiche und rund 60 Sitzgelegenheiten.
Für Abkühlung sorgen sechs Wasserspiele, drei Pergolen mit Nebeldüsen sowie zwei Nebelstelen. Besonders am Schulvorplatz in der Herzgasse sollen kleine Wasserläufe und Fontänen an heißen Tagen für Erfrischung sorgen. Neos-Wien-Klubvorsitzende Selma Arapovic sprach von einem wichtigen Schritt für die Stadt: "Das Supergrätzl in Favoriten zeigt, wie wir unsere Stadt gemeinsam lebenswerter machen können."
Das neue Grätzl wurde auch stark auf Radfahrer ausgerichtet. Auf fast allen Straßen ist Radfahren gegen die Einbahn möglich. Damit soll das Gebiet eine ruhigere Alternative zu den stark befahrenen Straßen rundherum werden. Garagen, Hauseingänge sowie Zufahrten für Einsatzfahrzeuge bleiben weiterhin erreichbar. Auch bestehende Behindertenparkplätze und Ladezonen bleiben erhalten.
Die Stadt verweist außerdem auf ihre "Raus aus dem Asphalt"-Offensive. Bisher wurden dabei laut Rathaus 344 Projekte in allen 23 Bezirken umgesetzt. Mehr als 3.300 Bäume seien allein im Straßenraum gepflanzt worden.