Stadt behebt Missstand

Wien verbannt Altkleiderboxen von den Straßen

Ab 2027 werden die Container auf öffentlichem Grund verboten. Damit will die Stadt der Verschmutzung von Gehsteigen und Straßen ein Ende setzen.
29.04.2026, 10:32
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Viele Wiener kennen dieses Bild vermutlich: Aus Altkleidercontainern herausgerissene Kleider, die wild verstreut am Gehsteig liegen. Auch illegales Öffnen und Aufbrechen stünde regelmäßig an der Tagesordnung, heißt es von der Stadt Wien. Was nicht gebraucht wird, bleibt auf Gehwegen und Straßen liegen. Die Folge: Verunreinigung durch die Textilien selbst, Ungeziefer und Vermüllung.

Damit soll nun Schluss sein. Die Stadt sagt Altkleidercontainern den Kampf an. Das Ziel: die Vermüllung im öffentlichen Raum stoppen.

Über tausend Missstände in nur einem Monat

Die Beschwerden über die Situation kommen aus vielen Bezirken und nehmen zu. Das zeigen die Zahlen aus der "Sag's Wien App", wo im Vorjahr fast 800 und heuer bereits über 340 übermittelt wurden.

Mehrmals täglich muss die MA 48 ausrücken, um die herumliegende Kleidung einzusammeln und zu entsorgen. Ein Beispiel: Alleine im März waren es 1.257 Missstände. Die Betreiber zahlen derzeit 89,90 Euro pro Jahr für einen Container. "Davon geht sich nicht mal ein Einsatz der MA 48 aus", so Planungsstadträtin Ulli Sima (SPÖ).

"Jahrelange erfolglose Bemühungen"

Über Jahre hinweg habe man die Betreiber immer wieder aufgefordert, die Missstände zu beseitigen und für Sauberkeit zu sorgen, heißt es weiter. "Leider waren diese Bemühungen erfolglos. Fakt ist, die Betreiber bekommen dieses Problem nicht in den Griff und lagern die Kosten an die Öffentlichkeit aus. Der öffentliche Raum in unserer Stadt ist ein kostbares Gut, mit dem wir sorgsam umgehen", stellt Sima klar.

Jetzt verbannt die Stadt Altkleidercontainer

Nun sind weitere Maßnahmen nötig: Das Aufstellen der Altkleidercontainer auf öffentlichem Grund wird künftig verboten. Derzeit sind in Wien 2.280 Container auf öffentlichem Grund, meist im Umfeld von Altstoffsammelinseln, durch die MA 46 bewilligt.

Die neue Regelung tritt mit 1. Jänner 2027 in Kraft. Ab dann müssen die Betreiber ihre Container entfernen. Die Regelung betrifft aber lediglich das Aufstellen der Container auf öffentlichem Grund, das Sammeln von Altkleidern bleibt grundsätzlich erlaubt. Durch die Maßnahme erwartet sich die Stadt eine "massive Reduktion der Verschmutzung".

Angebot auf Mistplätzen wird ausgeweitet

"Ein gutes Leben in unserer Stadt hat sehr viel mit Wertschätzung zu tun – mit Wertschätzung füreinander, aber auch für unsere Umwelt: Deshalb setzen wir als Stadt Wien auf Kreislaufwirtschaft, auf lokale Wertschöpfung und ReUse", betont Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ).

„Die Situation vor den Containern halte ich für fahrlässig. Das kann so nicht weitergehen.“
Josef ThonAbteilungsleiter MA 48

Man unterstütze die Verwertung von Altkleidern und biete schon seit langem die Abgabe auf den Mistplätzen, wo Container zur Verfügung stünden. "Die abgegebene Kleidung wird sortiert und schöne Ware im 48-Tandler weiterverkauft." Je nach Technologiefortschritt und Verwertbarkeit werde die Sammlung auf Wiener Mistplätzen künftig auf weitere Textilfraktionen ausgeweitet werden.

"Wollen funktionierende Kreislaufwirtschaft"

Alternativ können Wiener ihre Kleidung bei Annahmestellen karitativer Organisationen, wie der Volkshilfe oder der Caritas, oder auf Secondhand-Plattformen abgeben. Auch auf privatem Grund können weiterhin Container aufgestellt werden. Doch eines ist dabei ganz wichtig: Nur intakte und gut erhaltene Kleidung gehört in diese Container. "Für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft brauchen wir das Mittun der Menschen", hält der 48er-Abteilungsleiter Josef Thon fest.

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