ESC-Ikone eröffnet Ausstellung

"Cosmó hat den Tanzschein, Poier hat den Kunstschein"

Alf Poier eröffnete in Wien eine schräge Vernissage zwischen Kunst, ESC-Erinnerungen und bissiger Satire – und sorgte erneut für Gesprächsstoff.
Heute Entertainment
08.05.2026, 18:26
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Wenn Alf Poier ruft, wird es selten leise – und genau so war es auch diesmal in der Wiener Innenstadt. In der Galerie Kaiblinger wurde am Mittwochabend seine neue Ausstellung eröffnet, und schon beim Titel war klar: Hier trifft Kunst auf Krawall mit System.

Unter dem Motto "Cosmó hat den Tanzschein, Poier hat den Kunstschein!" präsentierte der steirische Gesamtkunstwerker neue Bilder, Zeichnungen und eine ganze Portion Selbstironie – inklusive ESC-Relikten aus dem Jahr 2003.

Die Galerie in der Spiegelgasse war dabei dicht gefüllt, die Stimmung irgendwo zwischen Vernissage, Performance und Satire-Show. Zwischen großformatigen Arbeiten und skurrilen Figuren zog vor allem ein Objekt alle Blicke auf sich: die berühmt-berüchtigte "Muku-Muku" aus seinem Kabarettprogramm "Mitsubischi".

Auch Original-Requisiten aus seinem legendären Eurovision-Auftritt in Riga waren zu sehen – jenem Auftritt, der ihn 2003 trotz Außenseiterrolle sensationell auf Platz 6 brachte.

Poier selbst nutzte den Abend nicht nur zur Präsentation, sondern auch für eine pointierte Rede über Kunst und Gesellschaft: "Es ist nicht die Aufgabe der Kunst, möglichst woke oder politisch korrekt zu sein, sondern gesellschaftsimmanente Themen allumfänglich zu diskutieren. Auch ein wenig Humor kann in dieser Hinsicht bestimmt nicht schaden."

Und weiter: "Die Kunst ist wie ein Geländewagen. Man kann damit einerseits sechsspurige Autobahnen, andererseits aber auch einsame Wüsten befahren. Ich habe mich für Zweiteres entschieden."

Auch die Gäste nahmen den Abend mit Humor. Sängerin Stella Jones, selbst ESC-Starterin mit "Die Welt dreht sich verkehrt" (1995), meinte knapp: "Einfach genial."

Manager Mario Rossori sorgte schließlich für einen der skurrilsten Sätze des Abends: "Ich habe mich schon immer gefragt, wie ein 'warmer Eislutscher' aussieht – Alf Poier hat mir die Augen geöffnet!"

Am Ende griff Poier selbst noch einmal zum Mikro und erinnerte musikalisch an seinen ESC-Hit "Weil der Mensch zählt" – ein Moment, der den Raum kurz in nostalgische Eurovision-Stimmung versetzte.

Die Ausstellung zeigt einmal mehr, warum Alf Poier schwer einzuordnen bleibt: Kabarettist, Musiker, Autor, Maler – und vor allem jemand, der Kunst konsequent als Bühne für Irritation versteht.

Die Verkaufsausstellung in der Galerie Kaiblinger läuft noch bis 30. Mai. Öffnungszeiten: Montag - Freitag: 10 - 18 Uhr.

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