Der Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff MV Hondius im Atlantik sorgt derzeit weltweit für Aufsehen. Drei Passagiere verstarben, mehrere weitere Menschen sollen sich infiziert haben, wir berichteten.
Eine Infektion kann lebensgefährlich sein, ist auch in Österreich möglich. Kärnten und Teile der Steiermark gelten als Hotspots, das Virus wird von Nagetieren, wie der Rötelmaus, übertragen.
Erich Hohenberger (77), seit 1989 Bezirksvorsteher von Wien-Landstraße, steckte sich 2003 beim Schwammerlsuchen in Kärnten mit dem Hantavirus an – die Polit-Legende überlebte knapp – im "Heute"-Talk erzählt er nun aus aktuellem Anlass seine Story. "Ich habe beim Schwammerlsuchen im Wald an den Pilzen gerochen, auf einem war der Virus, wahrscheinlich von der Rötelmaus", so Hohenberger. "Das kann tödlich sein."
Nur wenige Tage später verschlechterte sich sein Zustand – Organversagen! "Ich bekam extrem hohes Fieber – zuerst 38, dann 40 Grad und noch höher. Ich musste ins Spital, lag eine Woche lang in künstlichem Tiefschlaf. Danach war ich sechs Wochen auf der Intensivstation und dann drei Monate in der Rudolfstiftung. Die Ärzte wussten zuerst nicht, dass es sich um das Hantavirus handelte. Ich war zwei Tage lang in Lebensgefahr", so der Bezirksvorsteher von Wien-Landstraße.
Hohenberger überlebte knapp, doch die Folgen wirkten lange nach. "2009 hatte ich eine Nierentransplantation, zum Glück passte die Niere meiner Frau." Damit das neue Organ nicht abgestoßen wird, muss Hohenberger auch heute noch Medikamente einnehmen.
"Damals war ich der Erste, der das Virus hatte. Es war nicht von Mensch zu Mensch übertragbar." Hohenbergers Familie blieb zum Glück von einer Ansteckung verschont. "Leider kann man keine Vorsorge treffen", so Hohenberger. Sein Rat: "In Waldgebieten in Kärnten und der Steiermark aufpassen, nicht an Schwammerl riechen."
Denn das Virus wird laut Experten des deutschen Robert-Koch-Institus über Kot oder Urin infizierter Nagetiere übertragen. Trocknen diese Ausscheidungen aus, können sie als Staubpartikel eingeatmet werden. Besonders gefährdet sind Menschen, die in der Land- oder Forstwirtschaft arbeiten oder viel Zeit in der Natur verbringen. Trotz Fortschritten in der Forschung gibt es noch immer keine Impfung.