Rund 150 Menschen sitzen auf dem Kreuzfahrtschiff MV Hondius vor der Küste der Kapverdischen Inseln fest. Der Grund: ein möglicher Hantavirus-Ausbruch mit tödlichen Folgen.
Mittlerweile gibt es sieben bestätigte oder vermutete Infektionen. Drei Passagiere sind gestorben, darunter ein Deutscher. Ein schwer kranker britischer Patient liegt auf einer Intensivstation in Südafrika.
Wie der Spiegel berichtet, geht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) davon aus, dass das Virus bei engem Kontakt von Mensch zu Mensch übertragen wurde. Der erste erkrankte Passagier habe sich vermutlich bereits vor dem Betreten des Schiffes infiziert.
Das Schiff darf vorerst nicht anlegen, um die Bevölkerung zu schützen. Eine Weiterfahrt zu den Kanarischen Inseln wird geprüft. Zunächst sollen zwei erkrankte Passagiere per Ambulanzflugzeug evakuiert werden.
Die typischen Symptome der Erkrankung waren zunächst Fieber und Magen-Darm-Beschwerden wie Bauchschmerzen und Durchfall. Bei den Schwerstkranken kam es rasch zu einer Lungenentzündung und akutem Atemnotsyndrom.
Das Risiko für die breite Öffentlichkeit bleibe gering, teilte die WHO mit. In Europa und Asien ist bislang keine Mensch-zu-Mensch-Übertragung von Hantaviren dokumentiert worden. Es gibt jedoch Hinweise aus Südamerika, dass solche Ansteckungen dort bereits vorgekommen sind.