Fehlender Schutz vor Regen und Schnee, zu wenig Schatten und unsichere Straßenquerungen: Fahrgäste sehen bei zahlreichen Wiener Haltestellen großen Verbesserungsbedarf. Die VCÖ-Initiative "Haltestellen im Fahrgast-Check" hat für großes Echo gesorgt.
Insgesamt wurden 1.142 Haltestellen mit Mängeln gemeldet. Besonders häufig (49 Prozent) kritisierten Fahrgäste fehlenden Witterungsschutz. Ebenfalls oft genannt wurde fehlende Beschattung – in 36 Prozent der Fälle. Angesichts der zunehmenden Hitzetage werde das laut der Mobilitätsorganisation zu einem immer größeren Problem.
Auch fehlende Sitzgelegenheiten (32 Prozent) sowie mangelhafte Fahrgastinformationen (28 Prozent) wurden häufig beanstandet. Zudem meldeten Fahrgäste fehlende Beleuchtung und fehlende Rad-Abstellmöglichkeiten. Fehlende Barrierefreiheit wurde bei zehn Prozent der Meldungen angegeben.
Die meisten Beschwerden kamen aus der Donaustadt. Dort wurden 200 Haltestellen mit Mängeln genannt. Es folgen Liesing mit 113 sowie Floridsdorf mit 88 gemeldeten Haltestellen. Auch Favoriten war mit 81 gemeldeten Haltestellen stark betroffen. Am anderen Ende der Liste liegen kleinere Bezirke: In Wieden wurden zehn Haltestellen mit Mängeln gemeldet, in der Josefstadt 13 und in Mariahilf 17.
Besonders häufig genannt wurden laut VCÖ die Haltestellen "An den alten Schanzen" (84A) in der Donaustadt, "Keylwerthgasse" (43B) in Währing sowie der Knotenpunkt "Kagran". Die Mobilitätsorganisation hat die Einträge mittlerweile an die zuständigen Stellen sowie an die Bezirke weitergeleitet.
"Dank der Meldungen der Fahrgäste können nun die Zuständigen mögliche Verbesserungen prüfen und Schritt für Schritt umsetzen. So bekommt Wien mehr hochwertige und sichere Haltestellen", betont VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk.
Nicht nur die Haltestellen selbst stehen in der Kritik. Viele Fahrgäste sehen auch Probleme bei der Verkehrssicherheit im Umfeld. 17 Prozent der Meldungen betreffen fehlende sichere Gehwege zur Haltestelle. Bei 24 Prozent wurde die Straßenquerung als unsicher beschrieben.
"Mit Bussen sind viele Schülerinnen und Schüler sowie ältere Menschen unterwegs. Umso wichtiger ist es, dass es sichere Straßenübergänge zur Haltestelle gibt", so Schenk weiter. Die Bezirke seien gefordert, die Sicherheit für Fahrgäste zu erhöhen – etwa durch niedrigere Tempolimits oder zusätzliche Schutzwege.
Neben der Kritik gab es für Wien aber auch positive Nachrichten: Bei der österreichweiten "Wahl zur besten Bushaltestelle" erreichte die 13A-Station Skodagasse/Alser Straße den dritten Platz. Insgesamt wurden 27 Haltestellen aus ganz Österreich eingereicht. Mehr als 6.700 Stimmen wurden abgegeben. Gewonnen hat der "Busbahnhof Premstätten" in der Steiermark vor der Haltestelle "Gasthaus Engel" in Lustenau (Vorarlberg).