Füße statt Motor

Studie: Zu-Fuß-Geher dominieren Verkehr in Wien

Wien ist eine Stadt der Fußgänger. Bei bestimmten Personengruppen ist das Zu-Fuß-Gehen besonders verbreitet, wie eine Studie zeigt.
Heute Life
27.04.2026, 11:52
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Zu-Fuß-Gehen ist eine der natürlichsten Bewegungsformen überhaupt. Es stärkt das Herz-Kreislauf-System, fördert die Durchblutung und kann helfen, den Blutdruck zu senken. Wer regelmäßig geht, verbessert zudem seine Ausdauer und unterstützt den Stoffwechsel. Auch das Risiko für Krankheiten wie Diabetes oder Herzleiden kann dadurch sinken. Wer öfter zu Fuß geht, verbrennt Kalorien – ganz ohne intensives Training. Gerade im Alltag summieren sich viele kleine Wege schnell. Statt Bus oder Auto kann ein kurzer Spaziergang also einen echten Unterschied machen.

In Wien wird mehr gegangen als gefahren: Die Bevölkerung legt im Alltag häufiger Wege zu Fuß zurück als mit dem Auto. Darauf macht der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) anlässlich des heutigen "Tags des Zu-Fuß-Gehens" aufmerksam – und fordert gleichzeitig bessere Bedingungen für Fußgänger.

Laut aktueller Mobilitätserhebung der MA 18 wurden im Jahr 2024 rund 30 Prozent der Alltagswege zu Fuß zurückgelegt, während nur 25 Prozent mit dem Auto erfolgten. Rechnet man hinzu, dass viele Menschen auch den Weg zu Öffi-Haltestellen zu Fuß zurücklegen, steigt der Anteil sogar auf 58 Prozent.

Frauen gehen deutlich häufiger

Ein klarer Unterschied zeigt sich zwischen den Geschlechtern:

  • Frauen: 38 Prozent
  • Männer: 30 Prozent

Frauen legen deutlich mehr Wege zu Fuß zurück als Männer.

Kinder und Ältere besonders aktiv

Das Zu-Fuß-Gehen ist vor allem bei bestimmten Altersgruppen besonders verbreitet:

  • Kinder unter 14 Jahren
  • Menschen zwischen 31 und 40
  • Personen über 50

Kinder zwischen sieben und 13 Jahren sind Spitzenreiter: 46 Prozent ihrer Wege legen sie zu Fuß zurück.

Besonders häufig wird zu Fuß gegangen für:

  • den täglichen Einkauf (59 Prozent)
  • den Schulweg (57 Prozent bei 6- bis 10-Jährigen)

Innenstadt führt

Auch regional gibt es Unterschiede:

  • Platz 1: Innenstadt (1. Bezirk)
  • Platz 2: Mariahilf (6. Bezirk)
  • Platz 3: Neubau (7. Bezirk)

Schlusslicht ist die Donaustadt (22. Bezirk).

Kritik an Verkehrsplanung

Trotz der hohen Bedeutung des Gehens sieht der VCÖ Verbesserungsbedarf.

Kritikpunkte:

  • zu schmale Gehsteige
  • unübersichtliche Übergänge
  • zu kurze Grünphasen bei Ampeln

"Gehen ist die gesündeste und umweltfreundlichste Form der Mobilität – wird aber oft vernachlässigt", sagt VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk.
Der VCÖ fordert eine stärkere Berücksichtigung von Fußgängern in der Verkehrsplanung. Dazu gehört auch, dass öffentliche Verkehrsmittel sicher und gut zu Fuß erreichbar sind.

Noch bis Ende April können Bürger problematische Haltestellen HIER melden, um Verbesserungen anzustoßen.

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