Im Dezember 2025 stellten die Wiener Linien die Bus-Linie 39A zwischen Heiligenstadt und Sievering vollständig auf Wasserstoffbetrieb um. Dafür wurden zehn neue Fahrzeuge angeschafft – Kostenpunkt: mehr als zehn Millionen Euro.
Doch die Freude über die neue Flotte währte offenbar nicht lange. Aktuell sind nur noch drei der zehn Busse einsatzfähig, wie die "Krone" berichtet. Die übrigen sieben stehen in der Garage Leopoldau (Wien-Floridsdorf) und warten auf Ersatzteile.
Die Fahrzeuge stammen vom portugiesischen Hersteller Caetano. Genau dort liegt derzeit das Problem: Die benötigten Ersatzteile werden momentan nicht geliefert. "Der Wasserstoffantrieb der Busse selbst ist davon ausdrücklich nicht betroffen", betonen die Wiener Linien. Probleme gebe es etwa bei Kompressoren für die Türen oder bei Monitoren für den toten Winkel.
Die Busse könnten grundsätzlich fahren, allerdings nicht ohne Einschränkungen bei Sicherheit und Ausstattung. Für die Lieferprobleme muss der Hersteller nun finanziell geradestehen. "Der Hersteller hat bereits Pönalen zu zahlen und ist in der Verantwortung, die Lieferfähigkeit so rasch wie möglich sicherzustellen", erklärt ein Unternehmenssprecher der "Krone".
Für die Fahrgäste habe die Situation laut Wiener Linien derzeit keine Auswirkungen. Die Linie 39A werde mit anderen Fahrzeugen weiterbetrieben – darunter Dieselbusse. Der Fahrplan könne dadurch eingehalten werden.
Von außen ähneln die zwölf Meter langen Busse ihren Diesel-Vorgängern stark, die Technik dahinter ist allerdings eine ganz andere. Der 180 kW starke Elektromotor von Siemens bezieht seine Energie aus einer Brennstoffzelle von Toyota mit insgesamt 70 kW Leistung. Mit fünf Wasserstoff-Tanks auf dem Dach schafft der Bus mehr als 400 Kilometer Reichweite.
Durch die Verwendung der Wasserstoff-Technologie ist der Bus leichter als gleich große Elektro-Busse und daher für das hügelige Gelände bestens geeignet. Der Bus bietet Platz für 78 Fahrgäste, einen kombinierten Rollstuhl- und Kinderwagenplatz und ist voll klimatisiert.
Auch in der Wiener Innenstadt sind Wasserstoffbusse unterwegs. Dabei handelt es sich allerdings um kleinere Modelle eines italienischen Herstellers. Mit diesen Fahrzeugen gebe es laut Wiener Linien derzeit keine Probleme.