Lage immer dramatischer

Hantavirus – jetzt hat sich auch Schiffsarzt infiziert

Drei Personen an Bord der "Hondius" sind bereits mutmaßlich am Hantavirus verstorben. Nun hat sich auch der Schiffsarzt der Kreuzfahrt infiziert.
Newsdesk Heute
06.05.2026, 13:14
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Am Mittwoch überschlugen sich die Ereignisse rund um den Hantavirus-Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff im Atlantik. Zwei Hantavirus-Fälle wurden durch Labortests bestätigt, fünf weitere Verdachtsfälle gibt es.

Besonders brisant: Drei Todesfälle gibt es bisher – und das Virus soll sich von Mensch zu Mensch übertragen haben. Vermutet wird die Andes-Variante des Virus, weil sie die einzige ist, bei der eine solche Übertragung jemals beobachtet wurde.

Befürchtet wird eine massive Ausbreitung. In der Schweiz gibt es mittlerweile am Unispital Zürich einen bestätigten Hantavirus-Fall – der betroffene Mann war erst kürzlich von einer Reise in die Schweiz zurückgekehrt und zuvor Passagier des nun im Mittelpunkt des Ausbruchs stehenden Kreuzfahrtschiffs gewesen.

Drei weitere Patienten wurden am Mittwoch mit Verdacht auf das Hantavirus von dem Schiff evakuiert.

Schiffsarzt in kritischem Zustand

Ebenfalls am Mittwoch wurde bekannt, dass sich der Schiffsarzt ebenfalls infiziert hat. Er befindet sich laut einem spanischen Ministerium in kritischem Zustand. Laut mehreren Berichten zeige er "schwere Symptome", nun werde versucht, ihn innerhalb von wenigen Stunden mit einem Rettungsflugzeug vom Schiff zu fliegen. Gleichzeitig sollen zwei Infektions-Experten auf das Kreuzfahrtsschiff gebracht werden.

Die Hantavirus-Infektion ist eine durch Nagetiere übertragene Viruskrankheit, die beim Menschen vor allem zwei schwere Krankheitsbilder auslösen kann. In Europa tritt meist das sogenannte Hämorrhagische Fieber mit renalem Syndrom auf, bei dem es zu hohem Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie teils massiven Nierenproblemen kommt. In schweren Fällen kann die Nierenfunktion vorübergehend stark eingeschränkt sein.

Atemnot und lebensbedrohliches Lungenversagen

In Nord- und Südamerika wird häufiger das Hantavirus-Pulmonales Syndrom beobachtet, das die Lunge betrifft und innerhalb kurzer Zeit zu Atemnot und lebensbedrohlichem Lungenversagen führen kann.

Die Ansteckung erfolgt meist durch das Einatmen von virusbelastetem Staub aus getrocknetem Kot, Urin oder Speichel infizierter Nagetiere. Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch ist selten. Die Erkrankung beginnt oft unspezifisch, kann aber rasch schwer verlaufen, weshalb eine frühzeitige medizinische Abklärung entscheidend ist.

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