Nach einem möglichen Hantavirus-Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff vor den Kapverden dürfen die Passagiere nicht an Land. Die kapverdischen Behörden verweigern der "MV Hondius" die Erlaubnis, im Hafen von Praia anzulegen. Das hat die Chefin der nationalen Gesundheitsbehörden, Maria da Luz Lima, am Sonntagabend dem Radiosender Radio de Cabo Verde bestätigt.
"Zum Schutz der kapverdischen Bevölkerung" dürfen die Passagiere nicht von Bord. Drei Passagiere sind nach dem mutmaßlichen Ausbruch des Hantavirus gestorben. Das Virus kann schwere Erkrankungen der Atemwege verursachen. Ein weiterer Passagier liegt auf der Intensivstation in Johannesburg in Südafrika, zwei weitere sind ebenfalls erkrankt.
Die niederländischen Behörden arbeiten gemeinsam mit dem Kreuzfahrtunternehmen Oceanwide Expedition an einer medizinischen Evakuierung. Dafür müssten die Betroffenen aber zuerst an Land gebracht werden.
Das Hantavirus wird normalerweise über Ausscheidungen von Nagetieren übertragen und kann heftige Atemwegserkrankungen auslösen. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist eine Übertragung von Mensch zu Mensch zwar selten, aber möglich.