Italiens Premierministerin Giorgia Meloni hat auf ihren Social-Media-Profilen ein KI-generiertes Bild von sich in Dessous veröffentlicht. Das Foto zeigt sie scheinbar leicht bekleidet auf einem Bett sitzend. Doch der Beitrag war keine Provokation – sondern eine Warnung.
Denn genau dieses Bild war zuvor bereits massenhaft im Netz geteilt worden. Viele Nutzer hielten das Deepfake für echt und attackierten die Politikerin heftig.
"In den letzten Tagen kursierten mehrere gefälschte Bilder von mir, die mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt und von einigen übereifrigen Gegnern als echt ausgegeben wurden", schrieb Meloni am Dienstag.
Die Premierministerin stellte das Bild nun selbst online – aber mit dem Hinweis, dass es sich um ein KI-Deepfake handelt. Damit wollte sie zeigen, wie leicht sich Menschen durch täuschend echte KI-Fälschungen manipulieren lassen.
Unter dem Bild hatten Nutzer zuvor massive Kritik geäußert. "Dass sich eine Premierministerin in einem solchen Zustand präsentiert, ist wirklich beschämend", schrieb ein User. Ein anderer meinte: "Sie ist ihrer institutionellen Rolle unwürdig."
Meloni reagierte darauf zunächst mit Ironie. "Ich muss zugeben, dass derjenige, der sie entworfen hat, mein Aussehen sogar stark verbessert hat", schrieb sie. Danach wurde sie deutlich ernster.
"Das Problem geht über mich hinaus", erklärte die Regierungschefin. "Deepfakes sind ein gefährliches Werkzeug, weil sie jeden täuschen, manipulieren und ins Visier nehmen können." Sie selbst könne sich gegen solche Angriffe wehren, viele andere aber nicht.
Gerade deshalb verweist Meloni auf das neue italienische KI-Gesetz, das ihre Regierung im vergangenen September beschlossen hatte. Italien war das erste EU-Land mit umfassenden Regeln gegen missbräuchliche KI-Nutzung und Deepfakes. Das Gesetz sieht unter anderem Strafen für Menschen vor, die künstliche Intelligenz gezielt einsetzen, um anderen zu schaden.
Auslöser dafür war ein Skandal um manipulierte Bilder prominenter Italienerinnen, die auf Porno-Plattformen mit über 700.000 Abonnenten veröffentlicht wurden – darunter auch Meloni und Oppositionsführerin Elly Schlein.
"Erst prüfen, dann glauben", appellierte Meloni jetzt an die Nutzer. Denn was heute wie ein harmloser Fake wirkt, kann morgen Existenzen zerstören.