Ein 13-jähriger Bub hat in einer Schule im Nordwesten von Brasilien zwei Menschen erschossen und zwei weitere verletzt. Der Bub, der selbst die Schule besucht, wurde nach seinem Angriff auf die Mittelschule Instituto São José in Rio Branco im Bundesstaat Acre von der Polizei festgenommen. Das haben die örtlichen Behörden am Dienstag (Ortszeit) bekannt gegeben. Bei den beiden Todesopfern handelt es sich laut Angaben um Mitarbeiter der Schule.
Zu den Verletzten zählt laut Behörden auch ein elfjähriges Mädchen, das ins Bein geschossen wurde. Der mutmaßliche Täter betrat das Schulgebäude und feuerte mehrere Schüsse in einem Gang ab, der zum Büro des Direktors führt. Das erklärte Oberstleutnant Felipe Russo von der Militärpolizei in Acre. Der Bub hat sich nach dem Angriff der Polizei ergeben.
Auch der Stiefvater des Schützen, dem die bei der Tat benutzte Pistole gehört, wurde laut Russo festgenommen. Die Polizei hat außerdem weitere Schüler ausfindig gemacht, die möglicherweise mit dem Täter zusammengearbeitet haben.
Bilder, die von lokalen Medien veröffentlicht wurden, zeigen eine Frau, die auf einer Trage abtransportiert wird, sowie weinende Menschen vor dem Schulgebäude. Eduardo Rodrigues Cavalcante, ein 19-jähriger Rezeptionist in einem Hotel neben der Schule, schilderte: "Die Mauer ist sechs Meter hoch, und nur einem Menschen gelang es, hinüberzuspringen und hier im Hotel Zuflucht zu suchen." Die anderen seien beim Versuch zu fliehen auf dem Schuldach geblieben. Er habe "Schüsse und viel Geschrei" gehört.
Die Regierung von Acre hat bekannt gegeben, dass an allen Schulen im Bundesstaat der Unterricht für drei Tage ausgesetzt wird. Außerdem wurden psychologische Unterstützungsteams organisiert, um Schüler und Lehrkräfte zu betreuen. Die Regierung hat den Betroffenen des Schusswaffenvorfalls ihr Beileid ausgesprochen.
Brasilien erlebt in den vergangenen Jahren immer mehr Angriffe auf Schulen. Im September 2025 sind im Bundesstaat Ceará zwei Jugendliche erschossen und drei weitere verletzt worden. Im Oktober 2023 ist bei einem Schusswaffenvorfall an einer Schule in São Paulo ein 17-jähriger Schüler ums Leben gekommen, drei weitere wurden verletzt. Im April desselben Jahres ist ein 25-jähriger Mann in eine Kindertagesstätte im Bundesstaat Santa Catarina eingedrungen und hat mit einer Axt vier Kinder im Alter von drei bis sieben Jahren getötet.