Nach dem Tod von drei Passagieren auf dem Expeditionsschiff "Hondius" dauert der medizinische Großeinsatz vor Kap Verde weiter an. Das unter niederländischer Flagge fahrende Schiff liegt weiterhin vor der Küste des Inselstaats vor Anker, während die Behörden gemeinsam mit dem Betreiber Oceanwide Expeditions an der Evakuierung weiterer Betroffener arbeiten.
Der geplante Transfer von drei Personen in ein Spezialflugzeug war zunächst noch nicht erfolgt. Laut Oceanwide Expeditions soll dieser jedoch im Laufe des heutigen Vormittags über die Bühne gehen. Zwei der drei Personen weisen akute Symptome auf und sollen nach dem Abtransport in medizinische Einrichtungen und Untersuchungszentren gebracht werden.
Die dritte Person hatte engen Kontakt zu jenem Passagier, der am 2. Mai an Bord der "Hondius" gestorben war. Weitere Details will das Unternehmen erst nach dem Transfer bekannt geben.
Auf Empfehlung des niederländischen Instituts für öffentliche Gesundheit und Umwelt (RIVM) reisen derzeit zwei Infektiologen aus den Niederlanden nach Kap Verde. Sie sollen nach dem Abtransport der drei Betroffenen an Bord der "Hondius" gehen und das Schiff auch nach der Weiterfahrt begleiten. Ein weiterer Mediziner befindet sich bereits auf dem Schiff.
Nach Abschluss der medizinischen Maßnahmen soll die "Hondius" nach aktuellem Stand Kurs auf die Kanarischen Inseln nehmen. Über den genauen Zielhafen sowie mögliche Quarantäne- und Screening-Maßnahmen wird derzeit noch mit den zuständigen Behörden beraten. Auch wann und wie die Passagiere ihre Heimreise antreten können, ist laut Oceanwide Expeditions noch unklar. Das hänge von medizinischen Empfehlungen und den Ergebnissen der Untersuchungen ab.
Das Unternehmen betont, weiterhin eng mit internationalen und lokalen Behörden zusammenzuarbeiten. Dazu zählen unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO, das RIVM, Botschaften sowie das niederländische Außenministerium.
Bislang wurden insgesamt drei Todesfälle unter den Passagieren bestätigt: ein älteres niederländisches Ehepaar sowie eine Frau aus Deutschland. Nach Angaben des Betreibers befanden sich sieben deutsche Passagiere an Bord, außerdem stammt auch ein Crewmitglied aus Deutschland. Wie die Mediengruppe Bayern berichtet, soll es sich bei der verstorbenen Deutschen um eine 78-jährige Frau aus Passau handeln.
Die WHO geht derzeit von insgesamt sieben Erkrankungsfällen auf dem Schiff aus.