Am Weg zum Bestseller?

Kleine Autoren ganz groß! Wiener Schüler schreiben Buch

Mit "Großer Panda, große Reise" haben die Donaustädter Volksschüler ihren Debütroman verfasst. Der Erlös des Projektes geht in die Klassenkasse.
Yvonne Mresch
09.05.2026, 11:30
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"Ich hoffe, es gefällt den Leuten", strahlt die kleine Sofie (8) im Gespräch mit "Heute". Voller Stolz präsentierte sie gemeinsam mit ihren Klassenkollegen "Großer Panda, große Reise". Das Buch ist ein Gemeinschaftsprojekt der 2b der Volksschule Clara Fey Campus Maria Frieden in der Donaustadt. Von der Idee zur Handlung über den Text zur Geschichte und der Bilder zur Illustration bis zur Festlegung des benötigten Verkaufspreises haben die Zweitklässler das Bilderbuch druckfertig erarbeitet.

Ganze Klasse arbeitete zusammen

"Ich habe mich gefragt, wieso wir unsere geschriebenen Geschichten nicht zusammenfassen und am Sommerfest zu verkaufen, um die Klassenkasse aufzubessern", erinnert sich Lehrerin Sophie Salomon und lacht: "Aus der Idee ist dann ein Buch geworden, dass es so ausartet, damit hat niemand gerechnet."

Gemeinsam überlegten sich die Schüler einen Protagonisten (einen Panda, der die Welt bereist), eine Geschichte mit einer Fülle an Erlebnissen, Probleme, die auftreten können und Lösungsvorschläge sowie Nebencharaktere wie etwa den Tigersalamander. Auch die Bilder wurden von den Kindern selbst gemalt. Feedback gab es von einer Parallelklasse, die konstruktive Kritik wurde umgehend umgesetzt. Zur detaillierten Recherche wurde ein iPad hinzugezogen – hier wurde nichts dem Zufall überlassen.

"Die Kinder haben so viel gelernt!"

"Ich muss sagen, ich habe es unterschätzt. Es war ein Riesenprojekt und sehr intensiv", so Salomon. Das fertige Produkt erfüllt die engagierte Lehrerin mit großem Stolz: "Wenn man das Buch jetzt sieht und auch sieht, wie die Kinder darauf reagieren, wie sie sich auf die Präsentation vorbereiten, erfüllt mich das mit Freude." Den Stoff, den die Schüler in den zwei Wochen Arbeit verpasst haben, konnten sie schnell wieder aufholen, betont Salomon.

Aber nicht nur das: "Sie haben während dieser Zeit so viel gelernt im Bereich Arbeitsmoral und Einstellung. Es wurde nicht mehr gefragt, 'warum mache ich das eigentlich', sondern sie sehen, dass harte Arbeit einen Gewinn bringt und das ist vielleicht das wichtigste, das sie aus diesem Projekt mitnehmen können."

"Sinnstiftende Tätigkeit"

Bestätigen kann das auch Cornelia Zobl von der Universität Mozarteum Salzburg, die das Projekt wissenschaftlich begleitet: "Es zeigt was passiert, wenn man Unterricht anders angeht und was es mit den Kindern macht. Es entsteht ein anderer Zugang zu Aufgabenstellungen und zur Klassengemeinschaft. Sie lernen so viel im Bereich Unternehmertum, Demokratiebildung, Gemeinschaft. Es herrscht kein Wettbewerb mehr, sondern sie sehen, dass jemand anderes etwas haben oder bieten kann, was man vielleicht selbst nicht hat. Am Ende halten sie ein Produkt in der Hand, wo von jedem etwas drin steckt. Das ist sinnstiftend."

Direktorin: "Kompetenz Lesen muss gefördert werden"

"Es schaut gut aus, ich bin zufrieden", freut sich Tobias (8) über das Endprodukt. "Ein bisschen schwierig war es schon, aber es hat auch Spaß gemacht", gibt Sofia zu und ergänzt: "Ich hoffe, dass es jetzt viele Leute kaufen". Präsentiert wird das Buch am 9. Mai um 11 Uhr in der Seeseiten Buchhandlung in der Seestadt. 500 Stück umfasst die erste Auflage, die Kosten liegen bei 14,90 Euro pro Buch. Erhältlich wird es online und in der Buchhandlung sein.

Künftig soll es auch andere Klassen oder sogar Schulen anspornen, ein ähnliches Projekt in die Wege zu leiten. "Die Grundkompetenz Lesen muss gefördert werden", sagt die stolze Direktorin Regine Hammermüller. "Gemeinsam ein Buch zu schreiben ist so nachhaltig, die Kinder werden sich wohl ein Leben lang daran erinnern und das Buch wie einen Schatz aufbewahren. Es hat so eine Energie in der Klasse ausgelöst. So soll Leseförderung sein – und vielleicht sind hier Autoren für die Zukunft geboren!"

{title && {title} } ym, {title && {title} } 09.05.2026, 11:30
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