Viele freuen sich jedes Jahr über das lange Wochenende zu Pfingsten. Doch nur wenige wissen, dass dieses Fest auf ein zentrales Ereignis im Christentum zurückgeht: Pfingsten erinnert daran, als der Heilige Geist laut Bibel die Jünger Jesu erreichte.
Das Fest wird exakt 50 Tage nach Ostern gefeiert. Auch der Name leitet sich vom griechischen Wort für "fünfzigster Tag" ab. Im Judentum wird zu dieser Zeit ebenfalls gefeiert – das Fest Schawuot markiert den Empfang der Tora, des heiligen Buches.
Laut dem Neuen Testament sitzen zehn Tage nach der Himmelfahrt Jesu seine Jünger beisammen, als plötzlich ein Sturm aufkommt und kleine, flammenartige Zungen auf ihren Köpfen erscheinen. Dieses Zeichen steht für die Erfüllung mit dem Heiligen Geist und gilt als Beginn der weltweiten christlichen Mission.
Die Apostel begannen nach diesem Erlebnis, öffentlich zu predigen. Viele Menschen schlossen sich ihnen an und ließen sich taufen – daher wird Pfingsten auch als "Geburtstag der Kirche" bezeichnet. Das Fest steht symbolisch für Aufbruch und den weltweiten Beginn der christlichen Verkündigung.
In einer anderen biblischen Überlieferung, dem Johannesevangelium, überträgt Jesus selbst den Heiligen Geist an seine Jünger, indem er sie anhaucht und spricht: "Empfangt den Heiligen Geist! Denen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; denen ihr sie behaltet, sind sie behalten."
Pfingsten ist in vielen europäischen Ländern, darunter auch Österreich, ein gesetzlicher Feiertag. Das liegt an der langen christlichen Tradition vieler Staaten, in denen wichtige kirchliche Feste zu staatlich anerkannten Feiertagen erklärt wurden. An Pfingsten finden oft Gottesdienste, Umzüge oder besondere Feierlichkeiten statt.
Für viele Menschen ist der Pfingstmontag vor allem ein willkommener freier Tag. Die ursprüngliche Bedeutung des Festes ist heute weniger bekannt, aber in der Kirche bleibt Pfingsten ein zentrales Ereignis, das an den Beginn der weltweiten christlichen Mission erinnert.