Die nächste Teuerungswelle für Wien nimmt offenbar bereits Formen an! Nachdem heuer unter anderem Jahreskarte, Parkpickerl, Bäder und Hundesteuer teurer wurden, dürften laut "KURIER" 2027 die nächsten Gebührenerhöhungen folgen. Grund dafür ist erneut der automatische Anpassungsmechanismus im Wiener Valorisierungsgesetz.
Betroffen wären vor allem Gebühren für Müllabfuhr, Wasser und Kanal. Nach aktuellem Stand könnte es dabei zu einer Erhöhung von zumindest rund 4,5 Prozent kommen. Auch bei den Kurzparkscheinen droht bereits die nächste Verteuerung, heißt es in der Tageszeitung.
Auslöser ist die weiter steigende Inflation. Laut aktuellen Zahlen der Statistik Austria wurde der maßgebliche Schwellenwert für die automatische Anpassung bereits überschritten. Seit der letzten Tarifanpassung mit 1. Jänner 2025 stieg der Verbraucherpreisindex bis April 2026 um 4,4 Prozent.
Bis zum Stichtag Ende Juni könnte der Wert laut "KURIER" noch weiter steigen. Die endgültigen Zahlen werden Mitte August erwartet. Erst danach dürfte die Stadt die neuen Gebühren offiziell bekanntgeben.
Schon in den vergangenen Jahren griff das Valorisierungsgesetz mehrfach. Zuletzt wurden die kommunalen Gebühren 2025 um 5,9 Prozent angehoben. Auch 2022 und 2023 kam es bereits zu deutlichen Steigerungen.
Besonders spannend bleibt die Frage rund um die Parkscheine. Dort greift die automatische Anpassung nur in 5-Cent-Schritten. Seit der letzten Erhöhung fehlen derzeit laut Berechnungen nur noch wenige Cent bis zur nächsten Verteuerung des 30-Minuten-Scheins, der aktuell 1,70 Euro kostet.
Im Rathaus rechnet intern laut "KURIER" offenbar kaum jemand mit einem Gebühren-Stopp. Angesichts der angespannten Finanzlage der Stadt gelten die zusätzlichen Einnahmen als wichtig.
Im Büro von Finanzstadträtin Barbara Novak (SPÖ) heißt es dazu gegenüber der Tageszeitung: "Wir stehen derzeit am Beginn der Budgeterstellung für das Jahr 2027. Ziel ist es dabei, Defizit und Neuverschuldung schrittweise abzubauen, ohne Wien in seiner Rolle als Wirtschaftsmotor Österreichs zu schwächen und ohne notwendige Investitionen in zentrale Zukunftsbereiche zu gefährden."
Zurückhaltender äußert sich im "KURIER" Neos-Wirtschaftssprecher Markus Ornig. "Die Budgetverhandlungen laufen derzeit intern, diesen Gesprächen greifen wir nicht vor." Sollte der Gebührenautomatismus erneut schlagend werden, müsste Wien bereits zum vierten Mal in diesem Jahrzehnt an der Gebührenschraube drehen.