Die angekündigte Sperre der Stammstrecke der ÖBB sorgt bereits im Vorfeld für politische Kritik. Nachdem zuletzt die Grünen Wien Ersatzkonzepte bemängelten, warnt nun auch FPÖ-Mobilitäts- und Stadtentwicklungssprecher im Wiener Landtag, Klemens Resch, vor massiven Belastungen für Pendlerinnen und Pendler sowie für den innerstädtischen Verkehr während der Bauarbeiten.
Im Zentrum der Kritik steht die erwartete Beeinträchtigung des öffentlichen Verkehrs im Sommer. Resch sieht auf hunderttausende Fahrgäste schwierige Monate zukommen und wirft der Stadtregierung aus SPÖ und NEOS Schönfärberei vor.
"SPÖ und NEOS versprechen einen reibungslosen Ablauf. Die Realität wird jedoch sein, dass hunderttausende Fahrgäste monatelang mit Umleitungen, längeren Fahrzeiten und zusätzlichen Umstiegen leben müssen. Die Leidtragenden sind einmal mehr die Wiener und die Pendler aus dem Umland", so Resch.
Gleichzeitig kritisiert die FPÖ die verkehrspolitische Gesamtausrichtung der Stadt. Während durch die Sperre ohnehin große Teile des öffentlichen Verkehrsnetzes unter Druck geraten, würden laut Resch zusätzliche Einschränkungen für den Individualverkehr die Situation weiter verschärfen.
"Während tausende Menschen aufgrund der Stammstrecken-Sperre auf Ausweichmöglichkeiten angewiesen sein werden, werden in Wien weiterhin Fahrspuren reduziert, Straßen gesperrt und sogenannte Low-Traffic-Grätzl geschaffen. Das ist genau die falsche Politik zur falschen Zeit."
Neben organisatorischen und verkehrspolitischen Fragen fordert die FPÖ auch finanzielle Entlastungen für Fahrgäste. Insbesondere Jahreskartenbesitzer sollten aus Sicht der Partei für die Einschränkungen kompensiert werden. Auch die Grünen Wien forderten kürzlich ein Zurück zur 365-Euro-Jahreskarte und Rabatte für betroffene Klimaticket-Pendler:innen.
"Wer monatelang mit längeren Fahrzeiten, Umleitungen und Einschränkungen leben muss, darf nicht einfach den vollen Preis bezahlen. Die Wiener Linien müssen den betroffenen Jahreskartenbesitzern entgegenkommen, anstatt für ein eingeschränktes Angebot unvermindert abzukassieren", fordert Resch.
Stadt Wien und ÖBB berufen sich auf ihren Ersatzplan. "Wien bleibt auch während der Bauphase mobil", hieß es aus der Stadtregierung. U-Bahn-Intervalle werden verdichtet, das Straßenbahnnetz gestärkt. Zusätzlich richten die ÖBB einen Direkt-Shuttle zwischen Wien Meidling und der U4-Station Längenfeldgasse ein. Mehrere Regionalzüge werden außerdem umgeleitet.