Nach der Firmung im Stephansdom bestätigte Erzbischof Josef Grünwidl Samstag den bevorstehenden Abgang des beliebten Dompfarrers. Nach seinem 65. Geburtstag solle Faber im Juli 2027 als Dompfarrer in Pension gehen. Schon länger wurde über einen Abgang spekuliert. Zwischen Firmung und einer Taufe am Nachmittag nahm sich Faber Samstag Zeit für ein Telefonat mit "Heute".
"Ich bin mit Leib und Seele Priester", so Faber zu "Heute". Dass der Erzbischof den Posten nach 30 Jahren neu besetzen will, sei "sein gutes Recht". Der Schritt bedeute nicht zwingend einen kompletten Rückzug. Der wohl bekannteste Priester des Landes soll der Erzdiözese in einer anderen Rolle erhalten bleiben. "Wir sind in guten Gesprächen, müssen noch die Rahmenbedingungen klären", so Faber. "Es ist noch Zeit genug, um eine gute Lösung zu finden." Fabers Amtszeit ist rekordverdächtig – kein anderer Priester war so lange Dompfarrer wie er.
Mit dem Erzbischof habe Faber eine "gute Basis". Er sehe sich als Brückenbauer zwischen Kirche, Kunst, Kultur und Politik. Faber hätte sich auch vorstellen können, "bis 80 Dompfarrer zu sein". "Aber ich werde keinen Pensionsschock bekommen!"
Ob Ausstellungen mit Star-Künstlern im Stephansdom, die vielen Wiedereintritte in die Kirche oder Geschäftseröffnungen: Faber ist ein Aushängeschild der Kirche und zurecht stolz auf seine Erfolge. "Es wäre schön, das alles in Zahlen zu gießen." Dennoch freue er sich auch einmal auf einen längeren Urlaub. Noch über ein Jahr lang bleibt Faber als Dompfarrer im Amt. Jetzt gehe es darum, "die wichtigste Phase meines Lebens gut zu Ende zu bringen".