2027 wird man sich wohl an einen neuen Dompfarrer gewöhnen müssen: "Ich bin in guten Gesprächen mit dem Erzbischof, habe ihm meine Wünsche mitgeteilt", so Toni Faber zu "Heute". Nun sei dieser am Zug, er warte auf die nächste Gesprächsrunde.
Wie berichtet, soll Josef Grünwidl, der im Jänner Kardinal Christoph Schönborn als Erzbischof nachgefolgt war, mit dem zu weltlichen Lebensstil des Wiener Geistlichen unzufrieden sein.
Dass bereits sein Vorgänger so seine Probleme mit Fabers lockerem Umgang mit dem Zölibat – dessen "Lebensmächtigkeit" werde überschätzt – und seinen zahlreichen Auftritten bei Society-Events hatte, ist kein Geheimnis. Doch Grünwidl scheint nun Nägel mit Köpfen zu machen: Zum 30. Dienstjubiläum im Stephansdom 2027 soll der Erzbischof den wohl bekanntesten Pfarrer Österreichs in die Pension schicken wollen, "Heute" berichtete.
"Ich bin an meinem Traumplatz", so Faber, dessen Herz noch immer für den Stephansdom und seine Schäfchen schlägt, zum "Kurier". Früher habe er sich sogar vorstellen können, "bis 80 hier" zu arbeiten. Mittlerweile sei eine Pensionierung für ihn aber "nichts Unvorstellbares".
"30 Jahre können genug sein auf einem Posten", so der Dompfarrer zu "Heute". Der katholischen Kirche wolle er aber in jedem Fall weiterhin verbunden und auch künftig in der Seelsorge tätig sein. Er könne schließlich auch als pensionierter Priester weiter taufen, Ehen schließen und Begräbnisse durchführen, so Faber. Außerdem habe er "langjährige Erfahrung sowie sehr gute Kontakte zu Politik, Wirtschaft und Co", zeigt der 64-Jährige gegenüber "Heute" keine Anzeichen eines drohenden Pensionsschocks.
Indessen regt sich in der Dompfarre Widerstand gegen die nicht ganz freiwillige Ablöse Fabers. "Es wäre ein Verlust, wenn er gehen müsste. Wir hoffen, dass er bleibt", zitiert die "Presse" Rosemarie Hofer. Die ehemalige Unternehmerin und nunmehrige Pfarrgemeinderätin trägt im fünfköpfigen Leitungsteam der Dompfarre St. Stephan besondere Verantwortung. Hofer lobt Fabers Fähigkeiten in der Seelsorge: Er könne mit allen – von den Kindern bis zu den Senioren. Sie schließt eine Unterschriftenliste für Fabers Verbleib als Dompfarrer nicht aus.