58 Prozent der Geburten

Migrantinnen in Wien bekommen immer mehr Kinder

Frauen in Wien bekommen später Kinder als im Österreich-Schnitt. 58 Prozent der Geburten stammen von Müttern, die im Ausland geboren wurden.
Wien Heute
19.05.2026, 22:58
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Frauen in Wien bekommen immer später Kinder – und insgesamt auch seltener. Das zeigt das neue "Geburtenbarometer" der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Die Geburtenrate lag 2024 in Wien bei nur noch 1,22 Kindern pro Frau. Damit liegt die Bundeshauptstadt erneut deutlich unter dem Österreich-Schnitt von 1,31.

Weniger Kinder

Schon früher lag die Geburtenrate in Wien meist unter dem österreichweiten Durchschnitt. Bis 1991 stieg sie auf 1,43 Kinder pro Frau, danach pendelte sie sich lange zwischen 1,3 und 1,4 ein. 2023 fiel der Wert dann auf den Tiefstand von 1,17 Kindern pro Frau. 2024 gab es zumindest wieder einen kleinen Anstieg auf 1,22.

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Kinder erst ab 30

Auffällig ist laut Bericht vor allem das Alter der Mütter. Frauen in Wien sind bei der Geburt ihres Kindes im Durchschnitt älter als im restlichen Österreich. Die meisten Mütter sind zwischen 30 und 34 Jahre alt. Mutterschaft in höherem Alter sei in Wien weiter verbreitet als österreichweit. Ein Grund dafür sei laut Forschern der hohe Anteil an höher gebildeten Frauen. Viele würden ihre Familiengründung bewusst aufschieben und erst in den späten 30ern oder frühen 40ern Kinder bekommen.

Mehr Mütter aus dem Ausland

Auch der starke Zuzug nach Wien spiegelt sich in den Zahlen wider. 2024 waren 58 Prozent der in Wien geborenen Kinder von Müttern, die selbst im Ausland geboren wurden. Österreichweit liegt der Anteil von Migrantinnen bei 36 Prozent.

Syrer als größte Gruppe

Laut "Geburtenbarometer" führen Mütter aus Syrien mit 2.900 Geburten die Statistik an, gefolgt von Frauen aus Deutschland (2.600), Rumänien (2.600), Bosnien (2.100) und der Türkei (1.800). Im Jahr 2024 waren die Hauptherkunftsländer Syrien, Deutschland, Rumänien, Bosnien und Herzegowina, Türkei, Serbien und Ungarn.

Viele Kinderlose

Beim Kinderwunsch bleibt Wien ebenfalls auf niedrigem Niveau. Im Durchschnitt wünschen sich Frauen in Wien laut Studie 1,6 Kinder. Caroline Berghammer vom Institut für Demographie der ÖAW erklärt gegenüber ORF Wissen: "Unter Frauen, die jetzt circa 45 Jahre alt sind, bleiben rund 20 Prozent kinderlos." Laut Prognosen werde dieser Anteil bei Frauen, die nach 1990 geboren wurden, sogar auf über 25 Prozent steigen.

"Muss man sich leisten können"

Ein großes Thema bleibt dennoch das Geld. "Kinder muss man sich auch leisten können", sagt Berghammer. Laut Kinderkostenanalyse der Statistik Austria verursachen Kinder bis zum 18. Geburtstag im Schnitt rund 100.000 Euro an direkten Kosten - etwa für Wohnen, Essen oder Kleidung. Nicht eingerechnet seien dabei noch Einkommensverluste durch Teilzeit-Arbeit.

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