"Plan Z" für Bildung

"Fehlanzeige bei Details" – Kritik an Wiederkehr-Plan

Der "Plan Zukunft" von Bildungsminister Wiederkehr stößt auf breite Kritik. Lehrervertreter und Opposition vermissen klare Umsetzungsschritte.
Newsdesk Heute
22.04.2026, 17:19
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Die Kritik am "Plan Zukunft" von Bildungsminister Christoph Wiederkehr (Neos) reißt nicht ab. Sowohl Lehrervertreter als auch Teile der Politik zeigen sich wenig überzeugt von den angekündigten Reformen.

Besonders deutlich wird die Lehrergewerkschaft: "Wir kennen inzwischen die Vorgangsweise des Herrn Bundesministers", sagt der oberste Lehrergewerkschafter Paul Kimberger zur APA. "Es wird mit pathetischen Worten Großes angekündigt - allerdings: Was Konzepte, Pläne für die Implementierung und Details angeht - Fehlanzeige." Ähnlich habe es bereits bei früheren Initiativen ausgesehen. "Da waren große Entlastungen angekündigt. Darauf warten wir noch. Ähnlich kommt es mir beim Plan Zukunft vor - wir haben zahlreiche Überschriften, sonst wenig."

ÖVP gegen sechsjährige Volksschule

Ein durchgängiges Konzept fehle laut Kimberger weiterhin, weshalb viele Punkte schwer zu bewerten seien. Kritisch sieht er auch die Kommunikation: "Das Stakkato der großen Ankündigungen bekommt eine immer höhere Frequenz. Es geht offenbar vor allem um die Schlagzeile und weniger um Details."

Auch politisch gibt es Gegenwind – vor allem von der ÖVP. Die Idee einer sechsjährigen Volksschule wird erneut klar abgelehnt. "Zwei zusätzliche Jahre ohne ein klares pädagogisches Konzept bedeuten keinen Fortschritt, sondern ein ideologisches Gesamtschul-Experiment mit ungewissem Ausgang", erklärt Generalsekretär Nico Marchetti. Zudem sei "völlig offen, was abseits von Marketingsprüchen die konkrete Verbesserung für Schülerinnen und Schüler sein soll".

"Was soll stattdessen gekürzt werden?"

Statt neuer Modelle fordert die ÖVP die Umsetzung bereits vereinbarter Maßnahmen, etwa bei der Ausbildung von Lehrkräften im Bereich Inklusion und Sonderpädagogik. Man sei grundsätzlich zu Reformen bereit, betont Marchetti – allerdings nur auf Basis einer "fundierten und durchdachten inhaltlichen Grundlage".

Auch bei anderen Punkten bleiben Fragen offen. So sei unklar, wie neue Fächer in den Stundenplan integriert werden sollen: "Was soll stattdessen gekürzt werden? Wir wissen es nicht." Skepsis gibt es zudem bei geplanten Veröffentlichungen von Schuldaten – Rankings seien zwar ausgeschlossen, könnten laut Kritikern aber dennoch entstehen.

Unterstützung erhält Wiederkehr hingegen aus den eigenen Reihen. Neos-Bildungssprecherin Martina von Künsberg Sarre hält der Lehrergewerkschaft vor: "Würde die Lehrergewerkschaft nicht permanent alles schlechtreden und gegen den Minister kampagnisieren, sondern konstruktiv an Lösungen mitarbeiten, wären wir der guten 'Zukunft' im Bildungsbereich schon sehr viel näher".

Auch von der FPÖ kommt Kritik. Die geplante "mittlere Reife" wird dort abgelehnt. Bildungssprecher Hermann Brückl sieht darin keine Lösung: "Wer die Mindeststandards nicht erreicht, bleibt einfach länger im System. Das ist kein Konzept, das ist Kapitulation".

Zustimmung gibt es hingegen von der Schülerunion. Diese sieht in der mittleren Reife Vorteile für mehr Durchlässigkeit im Bildungssystem und klarere Perspektiven für Schülerinnen und Schüler.

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