Der Streit um den Lateinunterricht an Österreichs Schulen bekommt neuen Zündstoff. Nachdem bereits Prominente, Nobelpreisträger und Lehrer laut gegen geplante Kürzungen aufgetreten sind, positioniert sich nun auch Oberösterreichs Bildungslandesrätin Christine Haberlander (ÖVP) klar gegen ein Aus für Latein.
In einem Social-Media-Posting macht Haberlander deutlich, dass sie den Ausbau von Künstlicher Intelligenz im Unterricht ausdrücklich begrüßt. Schulen müssten junge Menschen auf die Zukunft vorbereiten und ihnen jene Kompetenzen vermitteln, die sie heute und morgen brauchen. Gleichzeitig zieht sie aber eine klare Grenze: Alle Latein-Angebote zu streichen, sei der falsche Weg.
"So funktioniert Bildung nicht", lässt Haberlander wissen. Es gehe nicht um ein Entweder-oder zwischen Tradition und Moderne, sondern um ein Sowohl-als-auch. Der Einblick in Geschichte und Sprache, eingebettet in die Gegenwart, sei eine "wertvolle Bereicherung" für Schülerinnen und Schüler.
Damit reiht sich die oberösterreichische Landesrätin in eine wachsende Front von Latein-Befürwortern ein. Zuletzt hatten sich bereits 85 Prominente, darunter Alt-Bundespräsident Heinz Fischer sowie die Nobelpreisträger Elfriede Jelinek und Peter Handke, in einer Petition gegen die Reduktion der Lateinstunden ausgesprochen.
Sie warnen vor einem Verlust an Denk- und Urteilsfähigkeit, wenn klassische Bildungsfächer weiter zurückgedrängt werden. Auch Haberlanders Botschaft ist eindeutig: Zukunftskompetenzen ja, Bildungsabbau nein.