Senkung der Kammerumlage

Wirtschafts-Chefin will Firmen um 100 Mio. € entlasten

Kammer-Präsidentin Schultz kündigt nachhaltige Entlastung der Mitgliedsbetriebe an. Sie erhöht den Druck auf die Regierung bezüglich Lohnnebenkosten.
Angela Sellner
22.04.2026, 12:25
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Die Wirtschaftskammer Österreich (WKO) stellt ihren Mitgliedsbetrieben eine kräftige Entlastung in Aussicht. Die neue Kammerpräsidentin Martha Schultz kündigte das am Dienstagabend im "ORF-Report" an.

"Mein Ziel ist es, bis 2030 die Betriebe mit 100 Millionen Euro zu entlasten", so Schultz. Geplant sei ein Stufenmodell, mit dem dieses Volumen schrittweise bis 2030 erreicht wird, präzisierte die Tiroler Unternehmerin am Mittwoch.

Firmen zahlen weniger

Realisiert werden soll die Summe einerseits über Einsparungen in der Bundeskammer und in den Landeskammern, andererseits über eine Senkung der von den Arbeitgeberbetrieben zu entrichtenden Kammerumlage 2. Letzteres soll den größten Teil ausmachen – und bedeutet damit auch eine Senkung der Lohnnebenkosten im entsprechenden Ausmaß.

Ausgehend vom aktuellen Volumen der Kammerumlage 2 von rund 438 Millionen Euro entspricht das einer jährlichen Entlastung von über 20 Prozent.

Schultz betont, dass es sich um eine nachhaltige Entlastung handele. Ab 2030 ersparen sich die Unternehmen also jährlich ein Volumen von 100 Millionen Euro.

Lohnnebenkosten-Senkung

"Wir leisten damit unseren Beitrag für eine Senkung der Lohnnebenkosten. Jetzt ist die Bundesregierung gefordert, unserem Vorbild zu folgen und eine breite Senkung der Lohnnebenkosten endlich anzugehen", erneuert Schultz ihren eindringlichen Appell an die Politik.

„Jetzt ist die Bundesregierung gefordert, unserem Vorbild zu folgen und eine breite Senkung der Lohnnebenkosten endlich anzugehen.“
Martha SchultzWirtschaftskammer-Präsidentin

Die technischen Details zur Umsetzung der Entlastung werden derzeit mit den Landeskammern ausgearbeitet.

Millionen-Einsparungen

Schultz ist seit Mitte November 2025 Präsidentin der Wirtschaftskammer; sie folgte auf Harald Mahrer. Bei ihrem Amtsantritt hatte sie angekündigt, noch heuer Millionenbeträge einsparen zu wollen. Erste Ergebnisse der Reformgruppe sollen im Juni präsentiert werden.

Das Budget der ganzen Wirtschaftskammer mit Landeskammern und Fachgruppen liegt deutlich über einer Milliarde Euro im Jahr. Laut Voranschlag vom November kann alleine die Wirtschaftskammer Österreich heuer mit 327 Mio. Euro an Einnahmen rechnen. Davon sollen 100 Millionen aus der von der Vorsteuer abhängigen Kammerumlage 1 kommen und 159 Millionen aus der Kammerumlage 2. Genau dort will Schultz nun den Hebel ansetzen.

Kritiker hatten zur Entlastung der Unternehmen die gänzliche Abschaffung der Kammerumlage 2 gefordert.

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