Nach den jüngsten Veröffentlichungen rund um private Nachrichten von Ex-Chef Roland Weißmann wächst der Druck auf den ORF. Die rechtliche Vertretung eines Betroffenen kritisiert nun, dass ein verzerrtes Bild entstanden sei.
In einer Stellungnahme wird betont, dass veröffentlichte Auszüge aus Chats aus dem Zusammenhang gerissen seien und "kein zutreffendes Gesamtbild der tatsächlichen Beziehung und der zugrunde liegenden Dynamik vermitteln".
Zugleich werde die öffentliche Darstellung scharf angegriffen. Es sei "nicht länger hinnehmbar, dass auf Basis selektiver Veröffentlichungen der höchstpersönliche Lebensbereich meines Mandanten offenbart und dieser bloßgestellt wird", heißt es von Weißmanns Anwalt.
Konkret verlangt der ehemalige Generaldirektor nun, dass der vollständige Compliance-Bericht des ORF offengelegt wird. Dieser soll jenen Mitgliedern des Stiftungsrates zugänglich gemacht werden, die zur Verschwiegenheit verpflichtet sind.
Der Bericht gilt laut Anwalt als zentrales Dokument, da er den gesamten Sachverhalt abbilden und beide Seiten berücksichtigen soll. Ziel sei es, "eine sachliche und vollständige Bewertung der Beziehung zwischen meinem Mandanten und der ORF-Mitarbeiterin für den Stiftungsrat" zu ermöglichen.
Entsprechende Schreiben an die zuständigen Stellen im ORF wurden angekündigt.