Die Veröffentlichung privater Chatnachrichten rund um den ehemaligen ORF-Generaldirektor Roland Weißmann zieht nun rechtliche Konsequenzen nach sich. Der Ex-Chef des öffentlich-rechtlichen Senders will gegen die Wiener Wochenzeitung "Falter" vorgehen, die die Nachrichten publik gemacht hat.
Laut einem Bericht im Ö1-"Abendjournal" ließ Weißmanns Anwalt Oliver Scherbaum mitteilen, dass eine Unterlassungsklage vorbereitet wird. Auslöser dafür ist die Veröffentlichung von Chatverläufen mit jener Frau, die dem früheren ORF-Chef Fehlverhalten vorwirft. Darüber hinaus werde auch geprüft, ob gegen Personen vorgegangen wird, die sich nach der Veröffentlichung mit Beiträgen "am Shitstorm" beteiligt hätten.
Die betroffene Wochenzeitung "Falter" hatte die Chats nach eigenen Angaben vorab rechtlich prüfen lassen. Gemeinsam mit Medienanwältin Maria Windhager sei die Entscheidung gefallen, die Inhalte vollständig zu veröffentlichen.
Chefredakteur Florian Klenk bekräftigte diese Linie im Ö1-Radio erneut und verwies auf die Relevanz für die Öffentlichkeit: "Es ist im öffentlichen Interesse zu wissen, ob Gebührengelder für einen ehemaligen ORF-General eingesetzt werden, der seiner Mitarbeiterin Dickpics und Chats schickt, in denen ganz eindeutig dokumentiert ist, dass er seine berufliche Stellung und seine privaten Gelüste verbindet."