Ex-ORF-Chef packt aus

"Das darf nie bekannt werden" – Weißmann erzählt alles

Ex-ORF-Chef Roland Weißmann spricht in einem Interview über Vorwürfe, Druck aus dem Stiftungsrat und warum er letztlich gehen musste.
André Wilding
19.04.2026, 15:20
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Die letzten Wochen im Amt haben sich für Roland Weißmann eingebrannt. Rückblickend nennt der frühere ORF-Generaldirektor sie "die schwierigsten sechs Wochen" seines Lebens. Der Moment, in dem alles kippte, kam völlig unerwartet: "Ich bin in einem Lokal beim Abendessen gesessen, als mich die zwei Stiftungsratsspitzen angerufen haben. Da ist mir der Bissen im Hals stecken geblieben", erklärt er im "Krone"-Gespräch mit Star-Interviewerin Conny Bischofberger.

"Es war alles einvernehmlich und wechselseitig"

Im Zentrum stehen Vorwürfe einer ehemaligen Mitarbeiterin, die nun auch vor Gericht landen. Weißmann bestätigt im Interview mit der Tageszeitung eine private Beziehung: "Ja, das ist korrekt". Gleichzeitig weist er alle Anschuldigungen entschieden zurück.

"Ich habe bestätigt, dass es über längere Zeit eine private Bekanntschaft, beginnend 2019, gab. Da war ich bekanntlich noch gar nicht ORF-Generaldirektor. Die Vorwürfe dieser Frau habe ich aber von Anfang an zurückgewiesen, denn es war alles einvernehmlich und wechselseitig. Ich sehe mich auch durch die Compliance-Untersuchung des ORF – 'keine sexuelle Belästigung' – zu 100 Prozent rehabilitiert", erklärt der ehemalige ORF-Chef gegenüber der "Krone".

Auch Gerüchte über belastendes Material weist er in der Tageszeitung von sich: "Es gebe "keine kompromittierenden Fotos, die ich bereue", merkt Weißmann an. Trotzdem sei der Druck aus dem Stiftungsrat enorm gewesen.

"Es ist uns völlig egal, ob das stimmt oder nicht"

Laut Weißmann sei ihm unmissverständlich klargemacht worden: "Es ist uns völlig egal, ob das stimmt oder nicht. Das darf nie bekannt werden. Deshalb musst du zurücktreten." Der Schritt sei für ihn daher nicht freiwillig gewesen: "Diesem Druck bin ich nachgekommen, aber keineswegs freiwillig", stellt er in der "Krone" klar.

Sein Anwalt Oliver Scherbaum ist während des Interviews mit Bischofberger immer an der Seite von Weißmann – er sieht die Dynamik rund um die Vorwürfe äußerst kritisch sieht. Schon ein entsprechender Verdacht könne reichen, um jemanden gesellschaftlich zu zerstören.

Eine öffentliche Entschuldigung kommt für Weißmann übrigens nicht infrage. Nur im privaten Umfeld zeigt er Reue – gegenüber Freunden, die er während seiner ORF-Zeit zu wenig gesehen habe. Jetzt würden sie ihm den Rücken stärken. "Sie werden mich am Ende nicht k. o. sehen", sagt er in der "Krone" sichtlich bewegt.

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