Martha Schultz greift durch

Wirtschaftsbund-Chefin wirft alle Stellvertreter raus

Martha Schultz zieht im Wirtschaftsbund überraschend die Zügel an: Noch vor ihrer offiziellen Wahl zur Präsidentin stellt sie die Führung komplett um.
Newsdesk Heute
03.04.2026, 11:07
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Frontalumbau an der Spitze des ÖVP-Wirtschaftsbundes: Martha Schultz greift noch vor ihrer offiziellen Wahl durch und baut die Führungsstruktur radikal um. Die Generalversammlung wurde dafür vorgezogen und findet nun bereits am 17. April statt – obwohl dafür kein Zeitdruck bestand. Darüber berichtet die "Krone" am Freitag.

Die Wirtschaftskammer-Präsidentin und geschäftsführende Wirtschaftsbund-Chefin will sich damit früher zur "echten" Präsidentin wählen lassen. Aus gut informierten Kreisen heißt es, sie wolle so ihre angekündigten Reformen schneller und konsequenter umsetzen. Erste Schritte setzt Schultz bereits jetzt.

Für Aufsehen sorgte am Freitag eine Mail an die Vizepräsidenten. Darin kündigte sie an, die Führung des Wirtschaftsbundes deutlich zu verschlanken. Unter den Empfängern war auch der Wiener Kammerpräsident Walter Ruck, der zuletzt laut Recherchen von "Krone" und "Profil" wegen familieninterner Karrieren in die Kritik geraten war.

Staatssekretärin als Stellvertreterin

Künftig soll es statt fünf nur mehr zwei Stellvertreter geben – keiner der bisherigen Vizepräsidenten bleibt im Amt. Geplant ist ein Modell mit einem Vize aus dem Kreis der Wirtschaftskammer-Präsidenten sowie einer "politischen" Stellvertreterin.

Für diese Rolle ist Finanzstaatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl vorgesehen. Die Steirerin stammt aus einem Familienbetrieb, ist seit rund 25 Jahren im Wirtschaftsbund engagiert und bringt Erfahrung auf Bezirks- und Landesebene sowie in der Privatwirtschaft mit. Aufgrund ihrer langjährigen Zusammenarbeit mit Schultz gilt sie als enge Vertraute mit direktem Draht in die Bundesregierung.

Bundesländer entmachtet

Auch bei den Ländervertretern kommt es zu einem Schnitt: Die Wirtschaftskammer-Präsidenten Walter Ruck (Wien), Josef Herk (Steiermark), Peter Buchmüller (Salzburg), Doris Hummer (Oberösterreich) und Wolfgang Ecker (Niederösterreich) verlieren ihre Vorstandsposten.

Als möglicher Nachfolger wird aus Insiderkreisen Burgenlands Kammerpräsident Andreas Wirth genannt. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer hingegen geht bei der Neuaufstellung leer aus.

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