Pünktlich zum Osterfest flammt die Debatte um die Rolle religiöser Werte an Schulen erneut auf. Bereits im Dezember hatten Aussagen der EU-Parlamentarierin Lena Schilling (Grüne), die die Abschaffung von Kreuzen in Klassenzimmern forderte, für heftige politische Kontroversen gesorgt. "Ich verstehe nicht, warum wir religiöse Symbole in der Klasse haben müssen", sagte sie.
Jetzt geht die oberösterreichische ÖVP in die Offensive und unterstreicht die Bedeutung der Wertebildung ab dem Kindesalter. Landesgeschäftsführer Florian Hiegelsberger tritt für bundesgesetzliche Reformen zugunsten einer durchgängigen Vermittlung ethischer Grundwerte ab dem Kindesalter ein.
So müsse im Schulunterrichtsgesetz festgelegt werden, dass die prägenden Werte und Festtage Österreichs im Schulunterricht zu vermitteln sind. Zudem müsse gesetzlich festgelegt werden, dass die Nicht-Teilnahme am konfessionellen Religionsunterricht schon ab der Volksschule automatisch die Pflicht zur Teilnahme am Ethik-Unterricht auslöst und nicht erst ab der 9. Schulstufe.
Zudem zeigt Hiegelsberger auf, dass ein Abgleich zwischen Schülerzahlen und Religionsunterricht-Teilnahme auch in den oö. Volksschulen und Mittelschulen derzeit erhebliche Lücken in der frühzeitigen Werte-Schulung aufzeige: "In den Volksschulen werden demnach nur rund 80 Prozent der Schülerinnen und Schüler mit einem konfessionellen Religionsunterricht erreicht, in den Mittelschulen nur rund 70 Prozent. Heißt: Tausende Kinder und Jugendliche bleiben beim derzeitigen System ohne frühe Werteschulung."
Der VP-Mann weiter: "Daher muss künftig bei Nicht-Teilnahme an einem konfessionellen Religionsunterricht schon in Volksschulen und Mittelschulen verpflichtend Ethik-Unterricht folgen."
Seine Forderung nach einer gesetzlichen Verankerung der österreichischen Fest- und Feiertagskultur in Kinderbetreuung und Schulen untermauert der OÖVP-Landesgeschäftsführer mit Ergebnissen aus der im Sommer 2025 präsentierten Umfrage "Gemeinsame Grundwerte" von OGM im Auftrag des Bundeskanzleramtes.
Demnach sprechen sich 79 Prozent dafür aus, christliche Feste in Kindergärten und Schulen auch dann zu feiern, wenn die Mehrheit der Kinder keine Christen sind. 69 Prozent wollen, dass in den Klassen auch dann ein Kreuz angebracht wird, wenn die Mehrheit der Schüler keine Christen sind.
In Oberösterreich hat man bereits entsprechende Maßnahmen gesetzt: So ist etwa landesgesetzlich verbindlich vorgesehen, dass "auf die traditionellen Feste und Feiern im Jahreskreis Bedacht genommen und regionales Brauchtum vermittelt wird". Zudem gilt per Landesgesetz, "dass in Volksschulen, Mittelschulen, Sonderschulen, Polytechnischen Schulen sowie Berufsschulen in allen Klassenräumen vom gesetzlichen Schulerhalter ein Kreuz anzubringen ist.“ Und in der OÖ Hausordnung konkret eingefordert wird "Wertschätzung für Land, Sprache, Lebensweise und kulturelle Grundlagen".
"Bleibt also gesetzgeberischer Handlungsbedarf hin zu einem durchgängigen bundesweiten Bekenntnis zum Stellenwert der christlich-abendländischen Kultur in allen Schulen und in der Kinderbildung. Eine zweifellos vielfältiger werdende Gesellschaft muss dahingehend als Impuls erachtet werden und nicht länger als Hemmschuh", appelliert Hiegelsberger mit Blickrichtung Bundesebene.