Lena Schillings Auftritt am Opernball polarisiert – vermutlich ganz nach ihrem Geschmack. Die grüne EU-Abgeordnete nutzte den "Ball der Bälle", um ein politisches Statement zu setzen. Doch die Inszenierung sorgt bei vielen für Kopfschütteln.
Mit einem weißen, schulterfreien Kleid zog Schilling alle Blicke auf sich. In großen roten Lettern stand darauf: "Tax the Rich, Save the Climate" – zu Deutsch: "Besteuert die Reichen, rettet das Klima." Dass sie diese Botschaft ausgerechnet beim Opernball platzierte – dem bekanntesten Society-Event des Landes mit internationalem Publikum –, dürfte kaum Zufall gewesen sein. Auf Instagram legte sie nach: "Mit dem Millionenerbe der Superreichen sollten wir Klimaschutz statt Privatjets finanzieren."
Doch nicht nur das Kleid sorgt für Diskussionen, sondern auch eine konkrete Zahl, die Schilling in einem mittlerweile viral verbreiteten Clip nennt: "Die zehn reichsten Haushalte Österreich sind für die Hälfte der Treibhausgas-Emissionen verantwortlich."
Eine Behauptung, die einer Überprüfung nicht standhält. Österreich stößt pro Jahr rund 66 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente aus. Die Hälfte davon wären etwa 33 Millionen Tonnen. Würde man diese Menge auf lediglich zehn Haushalte verteilen, käme man auf rund 3,3 Millionen Tonnen pro Haushalt und Jahr – Emissionen in der Größenordnung großer Industriebetriebe. Eine Theorie, die rechnerisch schlicht nicht haltbar ist.
Ob hier "zehn Haushalte" mit "den reichsten zehn Prozent" verwechselt wurden oder bewusst zugespitzt formuliert wurde, bleibt offen. Fakt ist: Die zitierte Zahl ist in dieser Form falsch.
Im Netz fällt die Kritik entsprechend deutlich aus. "Peinlicher Aktivismus von Lena Schilling", schreibt etwa der steirische FPÖ-Landesrat Hannes Amesbauer "Die Klimakommunisten rund um Gewessler driften immer weiter nach links ab", kommentiert der NEOS-Nationalratsabgeordnete Christoph Pramhofer. Andere Nutzer werfen Schilling "Doppelmoral" und "Aufmerksamkeitsgeilheit" vor.