Der Opernball sorgt weiter für politischen Zündstoff. Nach der Debatte um das eigens geschneiderte EU-Kleid von NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger wird nun ihr gesamter Ball-Besuch zum Fall für das Parlament.
FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz kündigte am Freitag, nur wenige Stunden nach Ende des Staatsgewalzes, eine umfassende parlamentarische Anfrage an. Der Grund: Meinl-Reisinger nahm nicht in der offiziellen Rangloge der Regierung Platz, sondern gönnte sich – wie berichtet – eine eigene Loge. Für die Freiheitlichen wirft das zahlreiche Fragen auf – vor allem zu möglichen Kosten für den Steuerzahler.
Für Schnedlitz sei das Verhalten der NEOS-Spitze ein Schlag ins Gesicht jedes hart arbeitenden Steuerzahlers: "Die Menschen draußen wissen nicht mehr, wie sie durch den Tag kommen sollen und Meinl-Reisinger spielt Ballkönigin auf Staatskosten. Wir wollen jetzt wissen, was dieser Egotrip den Steuerzahler gekostet hat. Von der Einladung über die Visagistin, das Kleid, den Schmuck bis hin zur Frisur – wir verlangen eine lückenlose Offenlegung aller Kosten auf den Cent genau. Es kann nicht sein, dass der Steuerzahler für die persönliche Inszenierung einer Politikerin bluten muss, die sich von Fotografen und Videografen hofieren lässt, während das Land im Chaos versinkt!"
Besonders die Anmietung einer eigenen Loge abseits der Regierungsriege sorgt für Kritik. In der Anfrage wolle man klären, warum die vorhandene Infrastruktur nicht ausgereicht habe und ob frühere Außenminister ebenfalls eigene Logen beanspruchten.
"Offenbar ist man sich in dieser zerstrittenen Verlierer-Koalition schon so spinnefeind, dass man nicht einmal mehr gemeinsam in einer Loge sitzen kann, oder der Frau Meinl-Reisinger ist der Rest der Truppe nicht schick genug. Wir wollen wissen: Wer saß in ihrer Loge? Wurden hier auf Steuerzahlerkosten NEOS-Parteigänger, Freunde und Günstlinge durchgefüttert? Wer hat die teure Gastro bezahlt, wer die Ballkarten für die Gäste und die Security?", so Schnedlitz.
Die FPÖ ortet eine massive Doppelmoral bei den einstigen "Transparenz-Turbos" NEOS. "Das ist die typische Arroganz der Macht. Wasser predigen und in der Privat-Loge Champagner trinken. Wir werden ganz genau hinschauen, ob hier Steuergeld für einen pinken Parteievent zweckentfremdet wurde. Die Zeiten, in denen sich diese abgehobenen Politdarsteller auf Kosten der Allgemeinheit ein schönes Leben machen, müssen endlich vorbei sein!", betonte Schnedlitz abschließend.