Eigentlich wird progressiven Parteien vorgeworfen, Gendern oder Wokeness in Reden, Anträgen oder Presseaussendungen zum Thema zu machen. Eine aktuelle Analyse des Parlamentsdienstes, die von Mario Lindner (SPÖ) in Auftrag gegeben wurde, widerspricht dieser Behauptung.
So wäre es in der heimischen Politik vor allem die FPÖ, die "Genderwahn" und "Wokeness" immer häufiger aufs Tapet bringt. Dies geht aus Anträgen, Anfragen, Reden und Presseaussendungen zwischen 2023 und 2025 hervor, die man genauer unter die Lupe genommen habe.
Demnach wären es vor allem die Freiheitlichen, die auf Kulturkampf-Themen setzen würden. Ganze 802-mal kommen in Beiträgen der Blauen die Begriffe "Gender", "Trans" oder "Woke" vor. In den letzten drei Jahren habe die FPÖ etwa fünfmal so oft von diesen Themen gesprochen als die SPÖ. Noch weniger oft als die Sozialdemokraten werden diese Begriffe von den Grünen verwendet.
SPÖ-Politiker Lindner ortet hier eine "Besessenheit" der Freiheitlichen. Die Position seiner Partei sei hingegen eine andere. "Leben und leben lassen. Friedliches Miteinander statt Hass und Hetze. Kuscheln statt Kickln", wird Lindner von der "Kronen Zeitung" zitiert.
Schaut man sich die Zahlen im Detail an, so wird das Thema Gendern in Form von parlamentarischen Nennungen zu 54 Prozent von der FPÖ ins Spiel gebracht, bei Presseaussendungen gar zu 61 Prozent. Auch bei Thema Transgender haben die Freiheitlichen mit 85 Prozent die Nase klar vorne – bei Aussendungen sind es 68 Prozent.
Vor allem der Begriff "Woke" scheint es den Blauen angetan zu haben. Ganze 95 Prozent der Presseaussendungen aus den letzten drei Jahren zu diesem Thema stammten von der FPÖ. Im Parlament stammten hier 85 Prozent der Nennungen von den Freiheitlichen.
Auch die "Frühsexualisierung" wird nahezu nur von blauer Seite ins Spiel gebracht. Ganze 67 Mal sprach die FPÖ in den vergangenen drei Jahren davon. Meist wurde der Vorwurf in Verbindung mit den Auftritten von Dragqueens vor Kindern geäußert.