Exakt 389 Tage ist die erste Dreierkoalition Österreichs nun im Amt – Meinungsforscher Peter Hajek sieht eine "skeptische Stimmung" im Land. Mehr als die Hälfte der von ihm Befragten sieht Österreich aktuell in die falsche Richtung gehen. 87 Prozent sehen eine negative Entwicklung. Das schlägt sich auch in der brandaktuellen "Heute"-Sonntagsfrage nieder. Die Details:
Wären am kommenden Sonntag Nationalratswahlen, kämen die Blauen auf 35 Prozent der Stimmen. Für die FPÖ ändert das alles: Verfassungsgesetze wie die Spritpreisbremse könnten dann nicht mehr ohne Herbert Kickls Zustimmung beschlossen werden. 35 Prozent sind außerdem der höchste Wert, den Unique Research jemals für "Heute" bei der FPÖ erhoben hat.
Die ÖVP wird von Unique Research (821 Befragte, maximale Schwankungsbreite ±3,5 Prozent) auf 22 Prozent hochgeschätzt – die Volkspartei liegt somit derzeit rund vier Prozentpunkte unter dem Wahlergebnis von 2024.
Auch die Babler-SPÖ verliert weiter. Trotz überstandenem Parteitag kommen die Roten nur auf 18 Prozent – dabei hatten bereits die 21,1 Prozent vom Wahlabend 2024 den schlechtesten Wert in der Geschichte markiert.
Die Öko-Partei ist ein Jahr nach ihrem Comeback in der Opposition wieder klar zweistellig – und hat die Neos überholt. Unter Neo-Chefin Leonore Gewessler liegen die Grünen bei bereits elf Prozent.
Die neun Prozent der aktuellen "Heute"-Umfrage sind exakt jener Wert, den die Pinken auch bei der Wahl erzielt hatten. Den vierten Platz musste man allerdings wieder an die Grünen abtreten.
Mit 4 Prozent dürfte die KPÖ erstmals seit 1959 mit einem Wiedereinzug in den Nationalrat liebäugeln.
"Nur mehr Passagier" sei die Regierung laut Demoskop Hajek angesichts des "engen, von der Vorgängerregierung hinterlassenen Budgetkorsetts" und der Lage der Welt: "Kaum erscheint ein zarter Dämmerstreifen am wirtschaftspolitischen Horizont, setzt der Iran-Krieg mit all seinen Folgewirkungen ein."
Umgekehrt die Vorzeichen bei der größten Parlamentspartei: "Die FPÖ und Herbert Kickl führen klar das Feld an. Die politischen Rahmenbedingungen sind für die FPÖ wie gemacht", sagt Hajek gegenüber "Heute".
Ein Fakt, der sich auch bei der (fiktiven) Frage der Bundeskanzler-Direktwahl zeigt. Könnte man den Regierungschef direkt wählen, würden sich 35 Prozent für Herbert Kickl entscheiden. Christian Stocker kommt auf 26 Prozent – drei Punkte mehr als der Volkspartei in der Sonntagsfrage ausgewiesen werden.
Abgeschlagen auf Platz 3 liegt SPÖ-Chef Andreas Babler (15 Prozent), der die Sozialdemokraten eher bremst als zieht. Beate Meinl-Reisinger (Neos) kommt aktuell bei dieser Fragestellung auf 12 Prozent, Grünen-Chefin Leonore Gewessler auf zehn Prozent.