ORF-Generaldirektorin Ingrid Thurnher setzt nach ihrer Wahl zur interimistischen Chefin den nächsten Schritt. Nach den öffentlich diskutierten Causen im ORF wird nun ein eigener Transparenz-Beirat eingesetzt. Das Gremium soll bei der Aufarbeitung unterstützen und für mehr Transparenz, klare Verantwortung und ein sicheres Arbeitsumfeld sorgen, das teilt der ORF am Freitag in einer Aussendung mit.
Den Vorsitz übernimmt die Wiener Rechtsanwältin Bettina Knötzl. Sie ist auch Vorstandsvorsitzende von Transparency International Austria. Zum Beirat gehören laut ORF renommierte Fachleute aus den Bereichen Recht, Governance und Compliance.
Thurnher war am 12. März vom ORF-Stiftungsrat einstimmig zur interimistischen Generaldirektorin gewählt worden. Schon damals kündigte sie an, rasch Verantwortung zu übernehmen und den ORF professionell durch die schwierige Phase zu führen.
"Vertrauen entsteht nur durch Transparenz und Konsequenz", so erklärte die interimistische ORF-Chefin kurz darauf. In den ersten Tagen nach ihrer Bestellung habe sie Gespräche geführt, externe Fachleute eingebunden und erste konkrete Maßnahmen vorbereitet. Jetzt werde dieser Plan mit dem Transparenz-Beirat umgesetzt.
Das Mandat des Gremiums ist klar formuliert: Die Experten sollen die Vorwürfe der vergangenen Wochen weisungsfrei untersuchen, mögliches Fehlverhalten lückenlos aufdecken und notwendige Konsequenzen aufzeigen.
Zusätzlich soll der Beirat auch Empfehlungen erarbeiten, wie die internen Abläufe im ORF in Sachen Compliance und Governance dauerhaft verbessert werden können. Zum Start gehe es laut ORF um eine schonungslose und unbeeinflusste Durchleuchtung jener Vorgänge, die derzeit öffentlich diskutiert werden.
Der neue ORF-Transparenz-Beirat nimmt seine Arbeit mit sofortiger Wirkung auf.