"Transparenz und Konsequenz"

ORF-Chefin greift durch – das setzt Ingrid Thurnher um

Ingrid Thurnher zieht im ORF die nächste Konsequenz: Ein neuer Transparenz-Beirat soll Vorwürfe unabhängig prüfen und Missstände aufdecken.
Newsdesk Heute
27.03.2026, 10:07
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ORF-Generaldirektorin Ingrid Thurnher setzt nach ihrer Wahl zur interimistischen Chefin den nächsten Schritt. Nach den öffentlich diskutierten Causen im ORF wird nun ein eigener Transparenz-Beirat eingesetzt. Das Gremium soll bei der Aufarbeitung unterstützen und für mehr Transparenz, klare Verantwortung und ein sicheres Arbeitsumfeld sorgen, das teilt der ORF am Freitag in einer Aussendung mit.

Den Vorsitz übernimmt die Wiener Rechtsanwältin Bettina Knötzl. Sie ist auch Vorstandsvorsitzende von Transparency International Austria. Zum Beirat gehören laut ORF renommierte Fachleute aus den Bereichen Recht, Governance und Compliance.

Dem ORF-Transparenz-Beirat gehören neben Knötzl folgende Expertinnen und Experten an:

  • Elisabeth Brameshuber, Universitätsprofessorin am Institut für Arbeits- und Sozialrecht, für arbeitsrechtliche Fragestellungen
  • Susanne Kalss, Universitätsprofessorin für Unternehmensrecht, für Corporate-Governance-Fragen
  • Andrea Pilecky, Gründerin und Geschäftsführerin der rosa elefant OG, für die Prüfung und Weiterentwicklung der Compliance-Strukturen
  • Christopher Schrank, Partner bei BRANDL TALOS, für die externe juristische Begleitung konkreter Sachverhalte
  • Alfred Autischer, Unternehmens- und Kommunikationsberater, für die kommunikative Begleitung dieses Veränderungsprozesses

Thurnher war am 12. März vom ORF-Stiftungsrat einstimmig zur interimistischen Generaldirektorin gewählt worden. Schon damals kündigte sie an, rasch Verantwortung zu übernehmen und den ORF professionell durch die schwierige Phase zu führen.

"Vertrauen entsteht nur durch Transparenz und Konsequenz", so erklärte die interimistische ORF-Chefin kurz darauf. In den ersten Tagen nach ihrer Bestellung habe sie Gespräche geführt, externe Fachleute eingebunden und erste konkrete Maßnahmen vorbereitet. Jetzt werde dieser Plan mit dem Transparenz-Beirat umgesetzt.

ORF verspricht "lückenlose" Aufklärung

Das Mandat des Gremiums ist klar formuliert: Die Experten sollen die Vorwürfe der vergangenen Wochen weisungsfrei untersuchen, mögliches Fehlverhalten lückenlos aufdecken und notwendige Konsequenzen aufzeigen.

Zusätzlich soll der Beirat auch Empfehlungen erarbeiten, wie die internen Abläufe im ORF in Sachen Compliance und Governance dauerhaft verbessert werden können. Zum Start gehe es laut ORF um eine schonungslose und unbeeinflusste Durchleuchtung jener Vorgänge, die derzeit öffentlich diskutiert werden.

Der neue ORF-Transparenz-Beirat nimmt seine Arbeit mit sofortiger Wirkung auf.

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