Die Ära von Roland Weißmann als ORF-Generaldirektor ist nach vier Jahren Geschichte. Der 57-Jährige musste wegen des Vorwurfs der sexuellen Belästigung gehen.
Der Zeitplan Nach dem Rücktritt tagt am Donnerstag – wie vorgesehen – der Stiftungsrat. Die Wahl des neuen Generals soll wie geplant stattfinden. Er soll dann mit Jänner 2027 die Führung übernehmen.
Interimslösung Im Stiftungsrat wird eine alte Bekannte im ORF mit der vorläufigen Führung der Geschäfte des Generaldirektors beauftragt: Ingrid Thurnher (63). Die Ex-ZiB-2-Moderatorin ist jetzt Radiodirektorin.
Die Nachfolgekandidaten Gute Chancen dürfte Alexander Hofer haben, derzeit ORF-Landeschef in Niederösterreich mit guten Kontakte zur dortigen ÖVP. Gehandelt wird auch Kronehit- Boss Philipp König. Der Jurist war bereits sechs Jahre im ORF tätig.
Die Außenseiter Puls-4-Gründer Markus Breitenecker und Weißmanns Vorgänger, Alexander Wrabetz, wären mögliche Überraschungskandidaten. Medienminister Babler soll freilich Dodo Rošcic (FM4) favorisieren.
Intrige? Laut "Heute"-Infos soll es ein heimlich mitgeschnittenes Tonband geben, aufgenommen im privaten Konnex. Dieses wurde dem Stiftungsrat zugespielt – und das nur wenige Monate vor der Wahl des neuen Generals.
Der Grund für den überraschenden Rücktritt von Roland Weißmann sind Vorwürfe der sexuellen Belästigung einer ORF-Mitarbeiterin. Das gab der Sender am Montag bekannt.
"Mein Mandant wurde vom Stiftungsrat darüber in Kenntnis gesetzt, dass ihm von einer Mitarbeiterin unangemessenes Verhalten zu Beginn seiner Amtszeit als Generaldirektor (2022) vorgeworfen wird", so Weißmanns Anwalt, Oliver Scherbaum, in einer Aussendung.
Er betont aber, dass sein Mandant "die Vorwürfe bestritten hat und eine inhaltliche Überprüfung der Vorwürfe nicht erfolgte". Weißmann liege zudem "bis heute der von der Mitarbeiterin genau vorgebrachte Sachverhalt nicht vor". Die Verbreitung dieser Vorwürfe sei eine "völlig unangemessene und überschießende Reaktion".
Für Roland Weißmann gilt die Unschuldsvermutung