Trotz scharfer Kritik

"Kein Rückzieher" – Minister bleibt bei Schulreform

Bildungsminister Wiederkehr hält an seinen Plänen zur Latein-Kürzung und sechs Jahren Volksschule fest – trotz Kritik aus Koalition und Schulen.
Lara Heisinger
22.02.2026, 11:45
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Trotz heftiger Kritik aus Politik und Schulen bleibt Bildungsminister Christoph Wiederkehr (Neos) bei seinem Reformkurs. Eine Reduktion der Stunden für Latein und die zweite lebende Fremdsprache in der AHS-Oberstufe schließt er weiterhin nicht aus – im Gegenteil: Einen "Rückzieher" werde es nicht geben.

Im Ö1-Journal verteidigte der Neos-Politiker am Samstag seine Pläne. Die Debatte bezeichnete er als "medial inszenierte Zuspitzung". Konkret sieht sein Vorschlag vor, die Wochenstunden für Latein beziehungsweise die zweite lebende Fremdsprache von drei auf zwei zu senken. Im Gegenzug sollen Informatik, Künstliche Intelligenz und Medienbildung gestärkt werden.

Kritik von SPÖ und ÖVP

Kritik kam bisher nicht nur von der Opposition, sondern auch von den Koalitionspartnern ÖVP und SPÖ, die sich skeptisch zeigten. Auch unter AHS-Direktoren und in der Lehrergewerkschaft stößt der Vorstoß auf Widerstand. Bei einer Umfrage unter rund 360 Schulleitungen – mit einer Beteiligung von 75 Prozent – sprachen sich mehr als 90 Prozent gegen die geplanten Kürzungen aus.

Wiederkehr betonte hingegen: "Die sprachlichen Kompetenzen sind weiterhin wichtig, gesamt haben wir immer noch mehr Lateinstunden als für Informatik, KI- und Medienbildung zusammen." Einen finalen schriftlichen Vorschlag gebe es noch nicht, zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass es zu einer politischen Einigung kommen werde.

Mehr Autonomie und 6 Jahre Volksschule

Der Minister argumentiert, viele Menschen wünschten sich neue Inhalte im Unterricht. "Und wenn was dazukommt, muss auch was wegfallen", so Wiederkehr. Er sieht in seinen Plänen zudem eine Stärkung der Schulautonomie. Zusätzlich möchte er das Fach "Medien und Demokratie" einführen.

Auch bei einem weiteren Reformprojekt sorgt Wiederkehr für Diskussionen: der Einführung einer sechsjährigen Volksschule. Während im Ministerium Pilotprojekte, zunächst in Wien, vorbereitet werden, zeigt sich insbesondere die ÖVP wenig begeistert.

Mittelschule und Gymnasium in verkürzter Form

Wiederkehr verweist jedoch auf Unterstützung aus "allen Parteien" und spricht von "Evidenz aus über 30 Ländern" für eine längere gemeinsame Schulzeit. Gleichzeitig betonte er, dass es weiterhin eine Mittelschule und ein Gymnasium geben solle – allerdings in verkürzter Form. Auch eine "mittlere Reife" am Ende der Schulpflicht will er zur Diskussion stellen. Einen "Untergang des Gymnasiums" sieht er darin nicht.

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