"Das, was wirklich zählt" – am Montag präsentierten die Wiener NEOS ihre neue Kampagne und rücken damit den Kindergarten als erste und wichtigste Bildungseinrichtung in den Fokus. Doch auch bei den Volksschulen sieht die Partei Reformbedarf.
Nach vier Jahren Volksschule fällt mit nur zehn Jahren die Entscheidung über die weitere Bildungslaufbahn. Ein System, das seit Jahren umstritten ist. Kritiker sprechen von zu frühem Aussortieren.
NEOS-Bildungsstadträtin Bettina Emmerling dazu gegenüber ORF Wien: "Wir halten die Trennung von zehnjährigen Kindern in gute und schlechte Schüler nicht für förderlich, das ist auch nachweislich nicht förderlich." Im Raum steht nun eine gemeinsame Schule für Kinder von sechs bis 14 Jahren.
Wien signalisiert Bereitschaft, hier voranzugehen. "Wir haben in Wien immer gesagt, wir stehen bereit, so eine Modellregion zu sein. Die Diskussion um die Gesamtschule ist ja leider sehr festgefahren", so Emmerling. Ein entsprechendes Pilotprojekt ist im Regierungsprogramm der SPÖ-NEOS-Koalition festgehalten.
Unterstützung kommt aus der Wissenschaft. Bildungsforscherin Susanne Schwab von der Universität Wien nennt eine längere gemeinsame Schulzeit einen "wünschenswerten Schritt". "Wir selektieren zu früh und damit zementieren wir Bildungslaufbahnen einfach bereits nach vier Jahren", sagt sie.
Mehr gemeinsame Zeit könne Kindern Luft zum Entwickeln geben und den Leistungsdruck senken – vor allem für jene, die mehr Unterstützung brauchen. Doch Schwab warnt auch: Zwei zusätzliche Jahre allein reichen nicht. Ohne mehr Personal, Förderung und pädagogisches Konzept wäre das nur eine Verschiebung des Problems.