Mit der neuen Kampagne "Das, was wirklich zählt" rücken die Wiener NEOS den Kindergarten als erste und wichtigste Bildungseinrichtung in den Fokus. Der Startschuss fällt am 9. Februar, sichtbar im digitalen Raum und auf Wiens Straßen.
Nach der Grundsatzrede im Jänner soll die Kampagne den angekündigten Reformkurs nun auch emotional greifbar machen. Im Mittelpunkt stehen Kinder, ihre Chancen und das enorme Potenzial guter Kindergärten.
Bettina Emmerling, Vizebürgermeisterin und Bildungsstadträtin, macht deutlich, worum es geht:
"Elementarpädagogik ist für mich eine Herzensangelegenheit, weil sie die Basis für ein mutiges, freies Leben ist. Mit der Kampagne rücken wir jene in den Mittelpunkt, die oft keine laute Stimme haben, aber unsere volle Aufmerksamkeit verdienen – unsere Kinder. Darum ist mein Ziel, die Sprachförderung auf neue Beine zu stellen, um sicherzugehen, dass jedes Kind eine Chance auf eine gelungene Bildungskarriere hat. Und das heißt eben auch, Deutsch schon im Kindergarten zu fördern."
"Unsere Kampagne ist eine Liebeserklärung an den Kindergarten als erste Bildungseinrichtung und ein klares Versprechen an die Wiener Familien, dass wir den eingeschlagenen Reformkurs weiterverfolgen", sagt NEOS Wien Landesgeschäftsführer Philipp Kern.
Die Grünen Wien sehen hinter der Kampagne eher "pinkes Marketing" statt konkrete Maßnahmen, um die Bildungskrise zu lösen. "Seit über fünf Jahren sind die Neos für die Kindergärten in Wien zuständig, doch die Situation für Kinder, Pädagog:innen und Eltern hat sich nicht verbessert, sondern nur verschlechtert", meinen Julia Malle und Felix Stadler, Bildungssprecher:innen der Grünen Wien.
Große Probleme wie zu große Gruppen, fehlendes Fachpersonal, unzureichende Deutschförderung oder der Mangel an inklusiven Kindergartenplätzen, würden ungelöst bleiben. "Im Sinne der Kinder, der Eltern und der Pädagog:innen kann man den Neos wirklich nur noch sagen: Bitte keine weiteren Sonntagsreden, keine Marketingkampagnen, keine Umfragen und auch keine neuen Überschriften. Statt immer weiterer Ankündigungen sollten sie endlich für spürbare Verbesserungen sorgen", heißt es.
Ähnliche Reaktion auch von der ÖVP Wien. Diese ortet in der Kampagne das "nächste Ablenkungsmanöver vom pinken Totalversagen in Wiens Kindergärten".
"Pinke PR ersetzt keine professionelle Deutschförderung, keine Verbesserung des Fachkraft-Kind-Schlüssels, kein Supportpersonal im Kindergarten und schon gar keine funktionierende Fördermittelkontrolle in Wiens Kindergärten. Sie dient lediglich der Selbstbeweihräucherung einer Partei, die von ihrer desaströsen Bilanz in Wien ablenken möchte", so der Bildungssprecher der Wiener Volkspartei, Klubobmann Harald Zierfuß.
Die NEOS-Kampagne sei ein "weiterer Beleg für die jahrelange Untätigkeit der pinken Bildungspartei", sagt die FPÖ Wien. "Während fast jedes zweite Kind beim Schuleintritt nicht ausreichend Deutsch spricht, präsentieren die NEOS wieder nur Plakate und leere Versprechen. Kampagnen ersetzen keine Reformen", so der Wiener FPÖ-Bildungssprecher und Klubobmann Maximilian Krauss.