Im heurigen Jänner interviewte ein Team des russischen Staats-TV-Senders "Rossija" Schuldirektor Christian Klar (63) zu seinem Buch "Wie retten wir die Zukunft unserer Kinder?" und zur Islamisierung an Schulen – es war bereits der zweite Bericht nach einem Dreh im Dezember 2024.
Die russischen Medienvertreter hatten um ein privates Interview angefragt, kamen aber kurzfristig in die Franz-Jonas-Europaschule (Wien-Floridsdorf), da Klar laut eigenen Aussagen auf dem Weg in den Urlaub war.
Das Team sprach in der Schule auch mit ukrainischen Kindern. Dem Direktor soll im Vorhinein versichert worden sein, dass der Angriffskrieg von Russland auf die Ukraine nicht thematisiert werde. Im Interview sollte es eigentlich um Klars zweites Buch, die Islamisierung an Schulen und das Kopftuchverbot gehen.
Doch der Beitrag wurde für russische Propaganda verwendet: "Ich wusste nicht, dass der Sender meinen Ton in dem Bericht wegschaltet und eine andere Tonspur darübergelegt – mit Worten, die ich nie gesagt habe. Im Nachhinein war das eine völlige Dummheit, aus der ich gelernt habe. Ich habe eine ganz klare Position, dass Russland die Ukraine angegriffen hat", meint Klar zu "Heute".
Nun drohen Klar Konsequenzen – sowohl als Schuldirektor, als auch als ÖVP-Bezirksparteiobmann-Stellvertreter in Floridsdorf. Nach "Heute"-Infos eckt der 63-Jährige mit unabgesprochenen Vorstößen schon seit Längerem an, das Fass zum Überlaufen soll aber jetzt das Russen-TV-Interview gegeben haben. Von einer möglichen Amtsenthebung ist die Rede. Die Causa soll heute, Montag, in einer Sitzung der Landespartei besprochen werden.
Angesprochen auf die mögliche Amtsenthebung meint Klar: "Ich habe über fünf Ecken davon gehört, offiziell weiß ich aber nichts davon. Wenn ich gebeten werde, zurückzutreten, dann werde ich das tun." Auch seitens der Bildungsdirektion könnten die nicht genehmigten TV-Interviews Folgen haben – welche, ist noch offen.