Knapp ein Jahr nach seinem ersten Buch "Was ist los in unseren Schulen?" legte Mittelschul-Direktor Christian Klar (63) vor kurzem mit "Wie retten wir die Zukunft unserer Kinder?" (Seifert Verlag, 24 Euro) nach – "Heute" berichtete.
Der Schulleiter der Franz Jonas Europaschule in Wien-Floridsdorf versucht darin, Alltagssituationen zu beschreiben und konkrete Vorschläge zur Verbesserung der Situation an Schulen zu machen. Behandelt werden Themen wie Gewalt in der Schule, Migration und Integration, Religion und die Islamisierung an den Schulen.
Der Wiener spricht im Buch von einem "Kultur- und Religionskampf" im Klassenzimmer und appelliert an die Durchsetzung des Kopftuchverbots in der Schule: "Das Thema Religion zieht sich durch den gesamten Schulalltag: Der Islam ist allgegenwärtig, alles ist 'haram' oder 'halal', immer mehr Mädchen tragen Kopftuch bzw. inzwischen Niqab und Abaya (bodenlanges, langärmeliges Kleid, Anm.), islamische Regeln werden von den Kindern diskutiert", erklärt Klar.
Auch zahlreiche Beispiele aus dem Alltag führt der 63-Jährige an: Demnach startet ein junger Mann als Lehrer an einer öffentlichen Volksschule. Da er einen guten und kompetenten Eindruck macht und es dort an Klassenlehrern fehlt, wird er als solcher bald eingesetzt – mit Erfolg. Die Kinder lieben ihren neuen "Klassenpapa", auch die Eltern und die Schulleitung sind zufrieden.
Als nach einigen Wochen bekannt wird, dass der Lehrer homosexuell ist, beginnen die Probleme: Ein muslimischer Vater beschwert sich, dass diese Situation mit den islamischen Grundsätzen unvereinbar und für seinen Sohn unzumutbar ist. Er besteht darauf, dass der Mann sofort gekündigt wird. Als er damit nicht erfolgreich ist, fordert er einen Schulwechsel des Lehrers – auch dieser wird abgelehnt.
Doch der muslimische Vater gibt nicht auf: Als letzten Ausweg einigen sich die Schulleitung und er schließlich auf einen Klassenwechsel für seinen Sohn. "Eine deeskalierende und damit vielleicht kluge Entscheidung, aber wohin führen solche Vorfälle, wann ist es Zeit, 'Stopp!' zu sagen. Ich finde, das müssten wir schon längst tun!", findet Klar.
Für den Schul-Direktor ist klar: "Ich fordere dringend, die Schule ganz klar als religionsneutralen Raum zu definieren. Unabhängig von der Religionszugehörigkeit gelten für alle in Österreich lebenden Menschen die Grundwerte unserer liberalen, demokratischen und sozialen Gesellschaft, die sich in Europa aus dem Christentum entwickelt haben."