Die Diagnose traf sie plötzlich: Angelika E. erfuhr mit 42, dass eine unbehandelte Hüftfehlstellung aus der Kindheit schuld an ihren massiven Schmerzen ist. Arthrose, Alltagsschwierigkeiten, ständige Qualen waren die Folge.
"Ich habe es zunächst mit Physiotherapie versucht. Anfangs hat das auch geholfen. Doch irgendwann wurden die Schmerzen immer mehr und der Leidensdruck zu groß", erzählt die Wienerin. Der einzige Ausweg: zwei Hüft-Operationen.
Dann der Schock: eine Wartezeit von 9 Monaten bis zu einem Jahr. Am Ende musste Angelika tatsächlich 9 Monate auf die erste OP warten. "Die Schmerzen wurden täglich schlimmer. Die Hüfte hat kaum mehr mitgemacht. Ich habe die Tage rückwärts gezählt", sagt sie.
2018 und 2020 bekam sie schließlich ihre neuen Hüften – jede Seite separat. Nach dem ersten Eingriff blieb sie eine Woche im Spital Speising. "Die Arthrose war schon sehr weit. Die Ärzte wollten genau beobachten, wie sich alles entwickelt. Und bis man nach so einer OP wieder schmerzfrei unterwegs ist, dauert es einfach", sagt sie.
Heute, mit 49, geht es Angelika gut. "Ich kann dank der Operationen wieder alles machen: Rennrad fahren, Mountainbiken, im Schneidersitz sitzen oder zur U-Bahn sprinten", erzählt sie.
Mittlerweile leitet Angelika die Selbsthilfegruppe "Tepfit – Fit mit künstlichen Gelenken". Unter den rund 9.000 Mitgliedern taucht ein Thema ständig auf: Lange Wartezeiten. "Ich bin froh, dass ich meine OPs hinter mir habe. Warten ist das Schlimmste – besonders wenn man Tag und Nacht Schmerzen hat", sagt sie.
Aktuell dauert es in den Kliniken Speising (13. Bezirk) und Herz Jesu (3. Bezirk) sieben bis neun Monate, bis Patienten eine Hüft- oder Knieprothese bekommen. Und das könnte erst der Anfang sein: Die Stadt Wien will bis 2030 die Betten an beiden Standorten halbieren.
Laut dem Regionalen Strukturplan Gesundheit (RSG 2030) sollen in Speising 240 Betten auf 116 schrumpfen. Im Herz Jesu Krankenhaus droht ein Cut von 90 auf 50. David Pötz, Geschäftsführer der Vinzenz Kliniken Wien, warnt vor "drastischen Einschränkungen bei den OP-Kapazitäten" – und sieht massive Versorgungslücken auf Wien zukommen.