"Religionskampf" in Klassen

Diese Note gibt Schuldirektor dem Bildungsminister

Wiens Schuldirektor Christian Klar ortet einen "Religionskampf" in den Klassenzimmern. Bildungsminister Wiederkehr bekommt von ihm keine gute Note.
Wien Heute
13.11.2025, 06:00
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Christian Klar, Direktor einer Mittelschule in Floridsdorf und seit Jahren bekannt für klare Worte, redet im ORF-Interview mit Patrick Budgen Tacheles: "Wenn Gruppen mit völlig verschiedenen Werten aufeinandertreffen, dann gibt es einfach Konflikte – und dann ist die Frage: Wer setzt sich durch?" Klar sieht in vielen Wiener Klassenzimmern mittlerweile einen "Religionskampf" – ausgelöst durch Spannungen zwischen säkularen Werten und jenen des politischen Islam.

Klar für Kopftuchverbot unter 14 Jahren

Ein Beispiel: "Die sind dann haram. Und dann sagt man nicht nur: Ich esse das nicht, weil das ist haram. Sondern man sagt zum Nachbarn: Du darfst das auch nicht essen", schildert Klar Szenen aus der Volksschule. Auch beim Thema Kopftuch bezieht er klar Stellung: "Das Kopftuch ist ein Symbol für den politischen Islam, für Frühsexualisierung, für ganz unterschiedliche Rollen für Männer und Frauen." Er begrüßt daher das geplante Kopftuchverbot unter 14 Jahren – trotz Symbolcharakters.

Attacke auf Bildungsminister Wiederkehr

Deutliche Kritik richtet Klar auch an Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS): Von ihm habe er wenig gesehen. Seine Bewertung des Ministers fällt dementsprechend schlecht aus. Klar würde Wiederkehr nur ein "Teilgenommen" geben. Besonders bei Gewalt an Schulen sieht Klar massiven Aufholbedarf. "Noch nie haben mich so viele Stellen angerufen wie nach der Suspendierung zweier Schüler – aber nicht, um sich um die Opfer zu kümmern, sondern um die Täter", sagt Klar.

„Wir müssen uns um die ordentlichen Kinder kümmern. Wir müssen uns um die Opfer kümmern.“
Christian KlarSchuldirektor Wien-Floridsdorf

Klassen atmen auf, "wenn keine Gewalt mehr da ist"

Anstatt nur Angebote für die Suspendierten zu setzen, wünscht sich der wortgewaltige Schuldirektor mehr Angebote für die betroffenen Klassen: "Die atmen auf, wenn keine Gewalt mehr da ist", weiß er aus Erfahrung. Das würde aber häufig an der Bürokratie scheitern. "Nein, wir kümmern uns um die Täter. Wir müssen uns um die ordentlichen Kinder kümmern. Wir müssen uns um die Opfer kümmern. Wir müssen uns um die kümmern, für die es eine Erleichterung ist, wenn plötzlich keine Gewalt mehr in der Klasse ist", fordert der Wiener Schuldirektor in "Bei Budgen".

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