Eigentlich hätte der FPÖ-Landesparteitag in Salzburg bereits am 8. November 2025 stattfinden sollen. Wegen des Todes von Landesrat Josef Schwaiger (ÖVP) wurde er aber verschoben. Laut "Salzburger Nachrichten" sei das eine Frage vom politischen Anstand, sagte Salzburgs FPÖ-Chefin Marlene Svazek. Sie bezeichnete Schwaiger außerdem als "lieben Freund". Unter den Ehrengästen des Parteitags war auch Bundesparteiobmann Herbert Kickl. Das dritte Lager sei geeint, meinte Svazek, und sprach von der besten Salzburger FPÖ aller Zeiten.
Diese Geschlossenheit soll den Weg zum großen Ziel ebnen: Bei der Landtagswahl 2028 die Nummer eins werden und dann mit Svazek die erste FPÖ-Landeshauptfrau der Geschichte stellen, hieß es. Der Druck auf Svazek, das zu schaffen, ist groß. Die Absender mehrerer Video-Grußbotschaften wie der steirische Landeshauptmann Mario Kunasek, der oberösterreichische Landeshauptmann-Stellvertreter Manfred Haimbuchner und der EU-Abgeordnete Harald Vilimsky ließen keinen Zweifel, dass sie daran glauben.
Kickl sagte in seiner Rede: "Marlene Svazek ist die zukünftige Landeshauptfrau von Salzburg." Für ihre Grundsatzrede trat Svazek mit dem Slogan "Wie früher, nur besser" auf. Was gemeint ist, wurde in ihrer Rede schnell klar. Svazek sagte, als sie mit 23 Jahren 2016 erstmals zur Landesparteiobfrau gewählt wurde, habe sie nicht gewusst, was auf sie zukomme. Inzwischen habe sie viel gelernt. Sie sei aber noch immer die Marlene aus Großgmain. Damit will sie zeigen, dass sie nicht abgehoben ist und "die normal denkenden Menschen im Land" vertritt.
Inhaltlich sprach Svazek über Wirtschaft, Familienpolitik, Migration, Wohnen, Gesundheitspolitik und – passend zum Veranstaltungsort – auch über Naturschutz. Im Oberpinzgau zeige sich besonders der Konflikt zwischen Naturschutz und dem Wirtschaften der Menschen. "Der Oberpinzgau ist eine Tourismusregion und ein Schutzgebiet, er ist aber vor allem Heimat für die Menschen, die hier leben. Einige haben das Ideal einer Natur ohne Menschen, wo alles sich selbst überlassen wird und wo es keinen Hochwasserschutz gibt."
Diese Vorstellungen entstehen laut Svazek an Schreibtischen. Es sei ihr nicht recht, dass der Naturschutz in Salzburg mittlerweile als Verhinderer gesehen wird: "Wir müssen unser Land schützen, aber es ist kein Freilichtmuseum." Für die Wirtschaft fordert Svazek Unterstützung. Unternehmer und Arbeitnehmer schaffen laut ihr die Grundlage für den Wohlstand. Frauen sollen selbst entscheiden können, ob sie ihre Kinder daheim betreuen oder in eine Betreuungseinrichtung geben.
In der Gesundheitspolitik soll das eingesetzte Geld den Patienten, Pflegekräften und Ärzten zugutekommen – und nicht dem System. Bei der Wohnungsvergabe sollen jene bevorzugt werden, die in das System eingezahlt haben, also die Salzburger. Und Svazek sagte, sie wolle nicht in einem muslimisch geprägten Land leben. Es gebe Gruppen unter den Migranten, die unsere westlichen Werte und Frauenrechte ablehnen. Svazek sagte zudem, die FPÖ sei eine rechte Partei und sie habe kein Problem oder Gewissensbisse, das auch auszusprechen.
Das Problem anderer sei: Manche könnten nicht zwischen Rechten und Extremisten unterscheiden. Kickl brachte in seiner Rede indes unter anderem den Volkskanzler und die Remigration aufs Tapet, blieb aber vergleichsweise zurückhaltend. Natürlich fehlten für die Zuhörer nicht die Spitzen gegen die Bundesregierung, die er als "Verlierer-Ampel" bezeichnete. Bundeskanzler Christian Stocker sei ein "Schlafmittel" und seine Reden ein "Depressivum". Zum Schluss appellierte Kickl an die Delegierten, bei der Wahl Geschlossenheit zu zeigen.
Svazek war die einzige Kandidatin bei der Wahl. Von 169 gültigen Stimmen der Delegierten waren 162 für sie und sieben dagegen. Damit wurde Svazek mit 95,86 Prozent der Stimmen wiedergewählt. Manche hätten sich wohl noch mehr Geschlossenheit und 100 Prozent erwartet. Svazek sagte in ihren Dankesworten, wenn man die Landespartei so gut kenne wie sie, dann kenne man auch die Kritiker. Aber das solle die Partei nicht abhalten, gemeinsam auf das große Ziel 2028 hinzuarbeiten.