Das gab es lange nicht mehr

Große Asyl-Wende: Mehr Abschiebungen als Anträge

Die Asylzahlen in Österreich sind im freien Fall: Im Jänner gab es bereits mehr Abschiebungen als neue Anträge.
Newsdesk Heute
21.02.2026, 08:18
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Seit Samstag sind die aktuellsten Asylzahlen für Jänner 2026 bekannt – und zeigen dabei eine brisante Wende auf. Denn den 945 Anträgen stehen satte 1.083 Abschiebungen gegenüber. Das sind die niedrigsten Werte seit fast sechs Jahren.

Sogar im Vergleich zum Jänner 2025 gab es bei den Asylanträgen ein Minus von 51 Prozent. Selbst von diesen 945 Anträgen im Jänner stammen nur 44,5 Prozent von Personen, die erstmals in Österreich aufgeschlagen sind. Die Mehrheit, also 55,5 Prozent, geht auf bereits hier geborene Kinder zurück. Allgemeiner Spitzenreiter ist Syrien (264).

Ein zentraler Faktor für diesen Rückgang ist der Familiennachzug, der praktisch komplett gestoppt wurde. Waren es im Jänner 2024 noch 830 Einreisen über dieses Modell, gab es heuer nur mehr eine einzige. Von den 1.083 Abschiebungen im Jänner fand die Mehrheit (602) zwangsweise statt. Rund 41,5 Prozent der Abgeschobenen waren in Österreich strafrechtlich verurteilt.

Schlepper-Route zerschlagen

Und auch die Schlepperroute im Osten Österreichs sieht das Innenministerium als "zerschlagen". Nach 3.000 Aufgriffen zwischen Jänner und Mitte Februar 2023 waren es heuer im selben Zeitraum nur mehr 65. Davon stellten sieben einen Asylantrag.

Trotzdem wurden die Grenzkontrollen zu Ungarn, Slowenien, Tschechien und der Slowakei Mitte Dezember 2025 um vorerst weitere sechs Monate verlängert – genauso wie der Assistenzeinsatz des Bundesheeres zum Schutz der österreichischen Grenzen.

Wer keine Chance auf Asyl hat

Von den laufenden Verfahren wurden bis Ende Jänner 1.949 negativ beschieden oder eingestellt. 125 Personen verzichteten freiwillig auf Schutz und verließen Österreich während des Verfahrens. In 653 Fällen wurde Asyl oder subsidiärer Schutz gewährt.

Keine Chance auf Asyl hatten im Jänner Antragsteller aus Georgien, Indien und Tunesien – für alle drei Länder wurden 100 Prozent der Anträge negativ beschieden. Für Länder mit geringer Bleibewahrscheinlichkeit setzt das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl weiter auf Schnell- und Eilverfahren. Bis Ende Jänner wurden 46 negative Entscheidungen innerhalb von 28 Tagen bzw. 72 Stunden in der ersten Instanz getroffen.

Aktuell befinden sich 51.935 Menschen in Grundversorgung, davon 1.239 Menschen in Bundesbetreuung. Der Großteil – nämlich mehr als 29.700 – sind Kriegsvertriebene aus der Ukraine. Zu Jahresbeginn 2023 waren noch knapp 93.000 Menschen in der Grundversorgung. Die Rückgänge ermöglichen auch Einsparungen, beispielsweise konnte die Zahl der Bundesquartiere in den vergangenen beiden Jahren von mehr als 30 auf aktuell acht gesenkt werden.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 21.02.2026, 08:25, 21.02.2026, 08:18
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