Am Bildungsprogramm von Minister Christoph Wiederkehr (NEOS) gibt es weiter Kritik. Der präsentierte "Plan Zukunft" mit Fokus auf Kindergärten, sechsjähriger Volksschule, neuen Fächern und mittlerer Reife stößt bei der Lehrervertretung auf Skepsis.
Gewerkschafter Paul Kimberger (FCG) übte gegenüber der APA deutliche Kritik: "Wir kennen inzwischen die Vorgangsweise des Herrn Bundesministers. Es wird mit pathetischen Worten Großes angekündigt. Allerdings: Was Konzepte, Pläne für die Implementierung und Details angeht – Fehlanzeige."
Zwar sieht er Verbesserungsbedarf etwa in der Elementarpädagogik, doch bei der Umsetzung vieler Vorhaben bleiben für ihn Fragen offen. Die sechsjährige Volksschule sei zudem keine neue Idee, ein konkretes Konzept fehle weiterhin – etwa für die Umsetzung außerhalb von Städten.
Auch neue Fächer sieht Kimberger kritisch: "Was soll stattdessen gekürzt werden? Wir wissen es nicht." Skeptisch bleibt er zudem bei der Veröffentlichung von Schuldaten, da diese trotz gegenteiliger Beteuerungen zu Rankings führen könnten.
Ablehnung kommt auch von der ÖVP. Generalsekretär Nico Marchetti warnte: "Zwei zusätzliche Jahre ohne ein klares pädagogisches Konzept bedeuten keinen Fortschritt, sondern ein ideologisches Gesamtschulexperiment mit ungewissem Ausgang." Zudem sei "völlig offen, was abseits von Marketingsprüchen die konkrete Verbesserung für Schülerinnen und Schüler sein soll".