"Das lassen wir nicht zu"

41 % können kein Deutsch – Bücherei wird abgerissen

Aufregung in der Donaustadt – eine weitere Bücherei wird geschlossen. Die ÖVP kritisiert das Vorhaben heftig.
Österreich Heute
30.04.2026, 13:48
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Der Protest wird immer lauter: In der Donaustadt wird in wenigen Wochen ein Haus abgerissen, in dem sich eine öffentliche Bücherei befindet. Was viele daran stört: Der Bezirk brauche jede Möglichkeit, um die Deutschkenntnisse der Bewohner zu verbessern, denn vier von zehn Schulanfängern im Bezirk können die Sprache nicht gut genug, um dem Unterricht zu folgen.

Im Detail: Von diesen sogenannten "außerordentlichen Schülern" sind 71 Prozent in Wien geboren – und beherrschen Deutsch im Alter von sechs Jahren immer noch nicht gut genug für die Schule.

Jetzt wird Ende Mai – nachdem bereits zwei Bibliotheken in der Donaustadt geschlossen wurden – der Standort Bernoullistraße 1 abgerissen. Laut Bewohnern ist ausgerechnet diese Filiale wichtig, sie ist umgeben von Kindergärten und Schulen.

Büchereien schließen reihenweise

Spätestens jetzt wird die Bibliothek zum Politikum. Die ÖVP kritisiert die Schließung scharf: "In der Donaustadt wurden – seitdem die NEOS das Bildungsressort führen – bereits zwei Büchereistandorte geschlossen. Dies wäre der dritte Standort."

Caroline Hungerländer (ÖVP): "Dieser Büchereistandort ist für Kinder, Schüler, Familien und Senioren extrem wichtig. Wir lassen nicht zu, dass er still und heimlich eingespart wird."

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Die Landtagsabgeordnete weiter: "Die Donaustadt ist der am stärksten wachsende Bezirk Wiens. Zugleich wird die Infrastruktur ausgedünnt. Das geht sich nicht aus. Wir wollen keine Bettenburg werden, sondern ein Ort zum Leben, Lernen und Wachsen."

Aus einer Anfragebeantwortung von ÖVP-Wien-Klubobmann Harald Zierfuß an Bildungsstadträtin Bettina Emmerling (NEOS) geht hervor: Ein Drittel jener Schulanfänger, die nicht ausreichend Deutsch sprechen, hat sogar die österreichische Staatsbürgerschaft.

Wichtiger Zugang für Bildung

Durchschnittlich haben die betroffenen Kinder sogar knapp drei Jahre lang einen Wiener Kindergarten besucht. Dass gerade jetzt mit der Bücherei in der Donaustadt ein niederschwelliger Zugang zu Bildung geschlossen werden soll, kritisiert die stellvertretende Klubobfrau der Wiener Volkspartei, Caroline Hungerländer, scharf.

Zwar sei im Neubau eine moderne Bibliothek eingeplant, Ersatz soll es während der Bauphase jedoch keinen geben.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 30.04.2026, 14:42, 30.04.2026, 13:48
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